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Der Nowcast für die saison- und kalenderbereinigte Veränderungsrate des preisbereinigten BIP beträgt +0,2 % für das erste Quartal und +0,2 % für das zweite Quartal 2025 (Stand: 07. März 2025).1
Das Prognosemodell des Nowcast schätzt für das erste Quartal 2025 aktuell einen preis, saison und kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von +0,2 % gegenüber dem Vorquartal. Der Nowcast liefert eine täglich aktualisierte, rein technische, zeitreihenanalytische Prognose der Wirtschaftsleistung unabhängig von der Einschätzung der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Erste Ergebnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung im ersten Quartal 2025 werden vom Statistischen Bundesamt am 30. April 2025 veröffentlicht („Schnellmeldung“).
Die Abbildung veranschaulicht die Entwicklung des Nowcast im Zeitverlauf: Aufgrund positiver Nachrichten zur Produktion im August sowie einer positiven Entwicklung der Erstanträge der Arbeitslosenversicherung in den USA im Oktober startete der Nowcast mit einem Schätzwert von 0,3 % für das erste Quartal 2025. Anschließend gab er aufgrund ungünstigerer Werte des S&P-Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Berichtsmonat Oktober auf +0,2 % nach. Auch die EMI-Zahlen für den Berichtsmonat November führten zu einer Abwärtskorrektur auf +0,1 %. Anfang Dezember erholte sich der Nowcast aufgrund des besser als erwartet ausgefallenen Produktionsvolumens im Oktober wieder auf +0,2 %. Anschließend glichen positive Signale von den Einkaufsmanagerindizes aus dem Dienstleistungsbereich dämpfende Signale von den EMIs in der Industrie in etwa aus, so dass der Nowcast bis Ende 2024 bei +0,2 % verblieb. Anfang 2025 führten Meldungen zu einem Anstieg des Lkw- Maut-Fahrleistungsindex und günstigere Zahlen zu Stellenangeboten in Deutschland im Berichtsmonat Dezember zu einer leichten Aufwärtsrevision des Schätzwertes auf +0,3 %. Nach einem erneuten Rückgang auf +0,2 % im Zuge eines verschlechterten Geschäftsklimas im Euroraum zogen Datenrevisionen und günstiger als erwartete Nachrichten zu den US-Erstanträgen bei der Arbeitslosenversicherung den Nowcast Mitte Februar wieder auf +0,3 % nach oben. Anschließend führten positive Signale von den Einkaufsmanagerindizes in Deutschland, vor allem in der Industrie, aber auch aus dem Dienstleistungsbereich, sowie von den ZEW-Konjunkturerwartungen zu einer deutlichen Aufwärtsrevision des Schätzwertes auf +0,7 %. Ende Januar kam es infolge einer Eintrübung des Geschäftsklimas im Euroraum sowie rückläufiger Einzelhandelsumsätze in Deutschland im Berichtsmonat Dezember zu einem leichten Rückgang auf +0,6 %. Anfang Februar trugen günstigere Meldungen zu den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe und zum Außenhandel, sowie zu den Industrieumsätzen des Verarbeitenden Gewerbes im Euroraum zu einem erneuten Anstieg des Schätzwertes auf +0,7 % bei.
Nach einem erneuten Rückgang auf +0,6 % im Zuge einer negativen Entwicklung der Erstanträge bei der US-Arbeitslosenversicherung und der Industrieproduktion im Euroraum konnten positive Signale der Einkaufsmanagerindizes in der Industrie im Euroraum und in Deutschland dämpfende Signale aus dem Dienstleistungssektor übertreffen, so dass der Schätzwert wieder auf +0,7 % stieg. Ende Februar kam es infolge von enttäuschenden Meldungen zum Geschäftsklima, zu den Einzelhandelsumsätzen und Arbeitsmarktindikatoren in Deutschland zu einer Abwärtsrevision des Schätzwertes auf +0,5 %, die auch nicht durch ein verbessertes Geschäftsklima im Euroraum ausgeglichen werden konnte. Anfang März sank der Nowcast aufgrund des kräftigen Rückgangs der Auftragseingänge im Berichtsmonat Januar und schwachen Einzelhandelsumsätzen im Euroraum auf +0,2 %.
Für das zweite Quartal signalisiert der Nowcast aktuell ebenfalls einen preis, saison und kalenderbereinigten Zuwachs des BIP von +0,2 % gegenüber dem Vorquartal. Seit erstmaliger Berechnung Anfang Januar 2025 lag der Nowcast für das zweite Quartal bis Anfang Februar durchgängig bei +0,2 %. Dabei standen positive Effekte durch günstigere Produktionsdaten für den Berichtsmonat No- vember u. a. negativen Effekten im Zuge von steigenden Erstanträgen bei der US-Arbeitslosenversicherungen und Meldungen zu den Einkaufsmanagerindizes in Deutschland für den Berichtsmonat Januar gegenüber. Mitte Februar sank der Nowcast zwischenzeitlich infolge von Datenrevisionen sowie enttäuschenden Meldungen zu den Erstanträgen bei der US-Arbeitslosenversicherung auf +0,1 %. Im Anschluss verharrte der Schätzwert wieder bei +0,2 %. Einerseits kamen positive Signale u. a. von den EMIs in der Fertigung (Euroraum, Deutschland) sowie von den Einzelhandelsumsätzen im Berichtsmonat Januar im Euroraum. Andererseits dämpften EMIs im Dienstleistungsbereich (Euroraum, Deutschland) und eingetrübte Arbeitsmarktaussichten im Berichtsmonat Februar in Deutschland den Schätzwert.
DAS MODELL
Das Modell zur Prognose des deutschen Bruttoinlandsprodukts wird von Now-Casting Economics Ltd. betrieben. Der hier veröffentlichte Nowcast ist eine rein technische, modellbasierte Prognose. Die Schätzungen sind mit einer hohen statistischen Unsicherheit behaftet, die mit Modellprognosen immer einhergeht. Es handelt sich bei dem Nowcast weder um die Prognose des BMWK noch um die offizielle Projektion der Bundesregierung.
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1 Für nähere Erläuterungen zur Methode, den verwendeten Daten und der Interpretation des Modells siehe Senftleben und Strohsal (2019): „Nowcasting: Ein Echtzeit-Indikator für die Konjunkturanalyse“, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Juli 2019, Seite 12-15, und Andreini, Hasenzagl, Reichlin, Senftleben und Strohsal (2020) „Nowcasting German GDP“, CEPR DP14323.