Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft

Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Spannungsfeld einer moderaten binnenwirtschaftlichen Erholung, ausgehend vor allem von den Dienstleistungsbereichen und einem angesichts der sprunghaften US-Zollpolitik zunehmend angespannten außenwirtschaftlichen Umfeld. In den aktuellen Konjunktur- und Stimmungsindikatoren spiegeln sich die jüngsten Zollentscheidungen der US-Regierung, die auch zu einer spürbaren Eintrübung der globalen Wachstumsperspektiven geführt haben, noch nicht wider.

Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft

Das deutsche Exportgeschäft hat sich zuletzt etwas erholt, auch aufgrund von Vorzieheffekten durch die angekündigten Zollanhebungen der USA. So sind die Ausfuhren von Waren in die Vereinigten Staaten zuletzt spürbar gestiegen. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen lagen im Februar im Dreimonatsvergleich mit 1,8 % im Plus. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen im gleichen Zeitraum leicht um 0,1 %. Infolge der stärkeren Zunahme bei den Exporten vergrößerte sich der monatliche Außenhandelsüberschuss von 10,0 auf 12,1 Mrd. Euro. Angesichts des zunehmenden Protektionismus ist aktuell jedoch keine dauerhafte Erholung der deutschen Exportwirtschaft zu erwarten.

Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion

Die Industrieproduktion ist nach einem spürbaren Anstieg zu Jahresbeginn im Februar wieder leicht zurückgegangen. Das Produzierende Gewerbe insgesamt verzeichnete im Februar einen Rückgang um 1,3 %. Dabei nahm die Ausbringung in der Industrie mit -0,5 % nur leicht ab, während das Baugewerbe und der Energiebereich Produktionseinbußen von 3,2 % bzw. 3,3 % meldeten. Zwar haben sich die Stimmungsindikatoren zuletzt spürbar aufgehellt, aber von der wechselhaften US-Zollpolitik werden dämpfende Effekte auf die exportorientierten Industrien ausgehen.

Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum

Die Umsätze im Einzelhandel legten etwas zu und die Frühindikatoren zeigten eine leichte Aufhellung der Verbraucherstimmung an. Im Einzelhandel ohne Berücksichtigung des Kfz-Handels sind die preis- und saisonbereinigten Umsätze im Februar gegenüber dem Vormonat leicht um 0,3 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde ein reales Umsatzplus von 4,4 % gemeldet. Angesichts der geopolitischen Spannungen könnte sich die Verbraucherstimmung aber wieder eintrüben.

Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt fällt die übliche Frühjahrsbelebung dieses Jahr angesichts der anhaltenden Konjunkturflaute schwach aus. So ist die Arbeitslosigkeit in saisonbereinigter Rechnung zwar abermals unter der 3-Millionen-Schwelle geblieben, aber dennoch weiter angestiegen. Die Erwerbstätigkeit ist im Februar um 10.000 Personen zurückgegangen und die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag im Januar mit 240.000 Personen erneut deutlich höher als ein Jahr zuvor. Die Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt lassen für die kommenden Monate eine weiterhin schwache Entwicklung erwarten. Angesichts des derzeitigen Handelskonflikts bleibt der weitere Ausblick auf dem Arbeitsmarkt gedämpft.