IN KÜRZE

Der Nowcast für die saison- und kalenderbereinigte Veränderungsrate des preisbereinigten BIP beträgt +0,6 % für das erste Quartal und +0,3 % für das zweite Quartal 2025 (Stand: 4. April 2025).1

Das Prognosemodell des Nowcast schätzt für das erste Quartal 2025 aktuell einen preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 % gegenüber dem Vorquartal. Der Nowcast liefert eine täglich aktualisierte, rein technische, zeitreihenanalytische Prognose der Wirtschaftsleistung unabhängig von der Einschätzung der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Erste Ergebnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung im ersten Quartal 2025 werden vom Statistischen Bundesamt am 30. April 2025 veröffentlicht („Schnellmeldung“).

Die Abbildung veranschaulicht die Entwicklung des Nowcast im Zeitverlauf: Nach einem Startwert von 0,3 % für das erste Quartal 2025 im Oktober 2024 gab der Nowcast aufgrund ungünstigerer PMI-Werte im Oktober und November auf 0,1 % Ende November nach. Ab Anfang Dezember erholte er sich der Nowcast aufgrund des besser als erwartet ausgefallenen Produktionsvolumens im Oktober wieder auf 0,2 %. Bei diesem Wert verharrte er anschließend bis Ende 2024. Anfang 2025 führten ein Anstieg des LKW-Mautindex und günstigere Zahlen zu Stellenangeboten in Deutschland im Berichtsmonat Dezember zu einer leichten Aufwärtsrevision des Schätzwertes auf 0,3 %. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang auf 0,2 % im Zuge eines verschlechterten Geschäftsklimas im Euroraum führten günstigere Nachrichten als erwartet zu den US-Erstanträgen bei der Arbeitslosenversicherung, positive Signale vom Einkaufsmanagerindex in Deutschland sowie von den ZEW- Konjunkturerwartungen zu einer deutlichen Aufwärtsrevision des Schätzwertes auf 0,7 %. Nach einem leichten Rückgang auf 0,6 % im Zuge einer negativen Entwicklung der Erstanträge bei der US-Arbeitslosenversicherung und der Industrieproduktion im Euroraum Mitte Februar konnten positive Signale der Einkaufsmanagerindizes in der Industrie im Euroraum und in Deutschland dämpfende Signale aus dem Dienstleistungssektor übertreffen, so dass der Schätzwert anschließend wieder auf 0,7 % stieg. Ende Februar kam es infolge von enttäuschenden Meldungen zu Geschäftsklima, Einzelhandelsumsätzen und Arbeitsmarktindikatoren in Deutschland zu einer Abwärtsrevision des Schätzwertes auf 0,5 %, Anfang März gab der Nowcast aufgrund des kräftigen Rückgangs der Auftragseingänge im Berichtsmonat Januar und schwacher Einzelhandelsumsätze im Euroraum weiter auf 0,2 % nach. Bis zum Ende des ersten Quartals zogen positive Meldungen zur Industrieproduktion in Deutschland und zum Außenhandel im Euroraum für den Berichtsmonat Januar sowie aufgehellte Stimmungsindikatoren in der Industrie im März den Schätzwert auf nunmehr 0,6 % nach oben.

Grafik Entwicklung des BIP Nowcast für das 1. und 2. Quartal 2025 Bild vergrößern: Grafik Entwicklung des BIP Nowcast für das 1. und 2. Quartal 2025

Für das zweite Quartal signalisiert der Nowcast aktuell einen preis-, saison- und kalenderbereinigten Zuwachs des BIP von 0,3 % gegenüber dem Vorquartal. Seit erstmaliger Berechnung Anfang Januar 2025 lag der Nowcast für das zweite Quartal bis Anfang Februar durchgängig bei 0,2 %. Dabei standen positive Effekte durch günstigere Produktionsdaten für den Berichtsmonat November u.a. negativen Effekten im Zuge von steigenden Erstanträgen bei der US-Arbeitslosenversicherung und Meldungen zu den Einkaufsmanagerindizes in Deutschland für den Berichtsmonat Januar gegenüber. Mitte Februar sank der Nowcast zwischenzeitlich infolge von Datenrevisionen sowie enttäuschenden Meldungen zu den Erstanträgen bei der US- Arbeitslosenversicherung auf 0,1 %. Im Anschluss verharrte der Schätzwert wieder bei 0,2 %. Einerseits kamen positive Signale u.a. von den PMIs in der Fertigung (Euroraum, Deutschland) sowie von den Einzelhandelsumsätzen im Berichtsmonat Januar im Euroraum. Andererseits dämpften PMIs im Dienstleistungsbereich (Euroraum, Deutschland) und eingetrübte Arbeitsmarktaussichten im Berichtsmonat Februar in Deutschland den Schätzwert. Infolge einer negativen Entwicklung der Erstanträge bei der US-Arbeitslosenversicherung und eines Rückgangs des LKW-Mautindex gab der Nowcast Mitte März auf 0,0 % nach. Trotz der positiven ZEW-Konjunkturerwartungen im März kam es im Anschluss im Zuge der Eintrübung des Verbrauchervertrauens im Euroraum zu einer weiteren Abwärtsrevision des Schätzwertes auf -0,1 %. Der Anstieg des ifo Geschäftsklimas und positive PMI-Werte in der Fertigung in Deutschland und im Euroraum führten Ende März zu einer deutlichen Anhebung des Schätzwertes auf 0,3 %.

DAS MODELL

Das Modell zur Prognose des deutschen Bruttoinlandsprodukts wird von Now-Casting Economics Ltd. betrieben. Der hier veröffentlichte Nowcast ist eine rein technische, modellbasierte Prognose. Die Schätzungen sind mit einer hohen statistischen Unsicherheit behaftet, die mit Modellprognosen immer einhergeht. Es handelt sich bei dem Nowcast weder um die Prognose des BMWK noch um die offizielle Projektion der Bundesregierung.

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1 Für nähere Erläuterungen zur Methode, den verwendeten Daten und der Interpretation des Modells siehe Senftleben und Strohsal (2019): „Nowcasting: Ein Echtzeit-Indikator für die Konjunkturanalyse“, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Juli 2019, Seite 12-15, und Andreini, Hasenzagl, Reichlin, Senftleben und Strohsal (2020) „Nowcasting German GDP“, CEPR DP14323.