Wertschöpfung im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistungen in Deutschland,  im Vergleich zum 4. Quartal 2019 Bild vergrößern: Wertschöpfung im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistungen in Deutschland, im Vergleich zum 4. Quartal 2019

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In der öffentlichen Aufmerksamkeit steht bei der konjunkturellen Betrachtung in der Regel das Produzierende Gewerbe im Mittelpunkt. Dieses ist in der Tat aufgrund seiner zyklischen Varianz bedeutsam für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Zudem ist dessen Anteil an der gesamten Wertschöpfung mit rund einem Viertel im internationalen Vergleich nach wie vor überdurchschnittlich. Dennoch entfallen etwas mehr als 70 Prozent der Wertschöpfung auf den Dienstleistungsbereich, der neben konsumnahen Bereichen wie Handel und Gastgewerbe auch Unternehmensdienstleistungen wie Verkehr, Finanz-, Versicherungs-, Informations- und Kommunikations- sowie öffentliche Dienstleistungen (Erziehung, Gesundheit, Verwaltung) umfasst.

Beim Vergleich der Entwicklung beider Bereiche zeigt sich seit der Corona-Pandemie eine auffällige Divergenz: Nach dem deutlichen Einbruch der Wertschöpfung sowohl im Produzierenden Gewerbe als auch bei den Dienstleistungen infolge der allgemeinen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im ersten Halbjahr 2020 erholten sich die eher binnenwirtschaftlich ausgerichteten Dienstleistungen – nicht zuletzt auch infolge der umfangreichen staatlichen Stützungs- und Stabilisierungsmaßnahmen – stetig. Zum Jahresende 2024 lag deren Wertschöpfung bereits rund sieben Prozentpunkte über dem Niveau zum Jahresende 2019.

Anders sieht das Bild bei der Wertschöpfung im Produzierenden Gewerbe aus: Auch hier war nach dem Einbruch im Zuge der Corona-Einschränkungen eine rasche Erholung zu erkennen, allerdings verblieb die Wertschöpfung unter dem Niveau zum Jahresende 2019 und schwächte sich nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und der damit zusammenhängenden Energiepreiskrise im Jahr 2022 nochmals ab, was die Divergenz zum Dienstleistungssektor verstärkte.

Eine spürbare Erholung der industriellen Wertschöpfung und ein „Aufholen“ gegenüber den Dienstleistungen setzt voraus, dass geopolitische Unsicherheiten sinken, die weltwirtschaftliche Nachfrage wieder steigt und sich die preisliche Wettbewerbsposition der deutschen Wirtschaft strukturell verbessert (z. B. Energiepreise).