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Die konjunkturelle Entwicklung bleibt im Sommerhalbjahr gedämpft. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit kommt die deutsche Wirtschaft nicht in Schwung. Die Auswirkungen der US-Zollpolitik zeigen inzwischen sichtbare Spuren in Außenhandel und auch die Binnennachfrage hat sich zuletzt abgeschwächt. Auch wenn die Geschäftserwartungen der Unternehmen sich spürbar verbessert haben, dürfte die konjunkturelle Entwicklung vor dem Hintergrund der jüngsten US-Zollankündigungen zunächst verhalten bleiben.
Die Außenwirtschaft leidet unter den Folgen der US-Zollpolitik. Im Mai verzeichnete der zu Jahresbeginn von Vorzieheffekten geprägte Warenhandel einen deutlichen Rücksetzer. So gingen die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saisonbereinigt um 3,8 % gegenüber April zurück. Die nominalen Einfuhren erlitten nach einem deutlichen Anstieg im Vormonat jedoch noch kräftigere Einbußen von 4,5 %. Demnach stieg der Handelsüberschuss mit Waren und Dienstleistungen auf 9,4 Mrd. Euro. Angesichts der drohenden Verschärfung des Zollkonflikts zwischen der EU und den USA hat sich die handelspolitische Unsicherheit zu Beginn des dritten Quartals abermals erhöht und die Risiken für eine weitere Abschwächung des Exportgeschäfts haben spürbar zugenommen.
Die Industrieproduktion legt wieder zu.Mit einem preis-, saison- und kalenderbereinigten Plus von 1,2 % gegenüber dem Vormonat konnte das Produzierende Gewerbe im Mai einen Teil des vorangegangenen Produktionsrückgangs wieder wettmachen. Während die Ausbringung von Industriegütern um 1,4 % anstieg und die Energieproduktion mit +10,8 % kräftig zulegte, ging die Bauproduktion mit +3,9 % deutlich zurück. Angesichts der weiterhin geringen Auftragsbestände und schwachen Exporterwartungen dürfte die Industriekonjunktur weiterhin Schwankungen unterliegen.
Der Arbeitsmarktausblick für das Sommerhalbjahr bleibt gedämpft. Auch im Mai hat die Erwerbstätigkeit mit einem saisonbereinigten Plus von 2.000 Personen gegenüber dem Vormonat nahezu stagniert. Gleichzeitig hat die Arbeitslosigkeit um 11.000 Personen stärker als saisonüblich zugenommen. Die Frühindikatoren deuten auch weiterhin auf einen Anstieg der Arbeitslosigkeit hin. Zudem hat sich die Einstellungsbereitschaft im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor abermals eingetrübt. Angesichts der insgesamt schwachen Arbeitsnachfrage ist auch zum Ende des zweiten Quartals keine Belebung auf dem Arbeitsmarkt absehbar.
Die Einzelhandelsumsätze erleiden einen erneuten Dämpfer. Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz-Handel) sind im Mai preisbereinigt gegenüber dem Vormonat abermals um 0,9 % gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat war zwar ein reales Umsatzplus von 2,5 % zu verzeichnen. Frühindikatoren deuten jedoch tendenziell auf eine weitere Abkühlung des privaten Konsums hin. Die anhaltend hohe geo- und handelspolitische Unsicherheit sowie die fortwährende Stagnation am Arbeitsmarkt dürften sich dabei negativ auf Anschaffungs- und Sparneigung der Konsumentinnen und Konsumenten auszuwirken. Im zweiten Quartal ist dementsprechend mit einer nachlassenden Dynamik des privaten Konsums zu rechnen