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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat gemeinsam mit der KfW und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) zwei neue Kreditprogramme ins Leben gerufen, um die Digitalisierung und Innovation im Mittelstand zu fördern. Seit dem 1. Juli 2025 stehen die Programme „ERP-Förderkredit Digitalisierung“ und „ERP-Förderkredit Innovation“ zur Verfügung. Diese Kredite werden im bewährten Durchleitungsprinzip angeboten: Die Hausbanken fungieren als erste Ansprechpartner und die Finanzierung wird zu vergünstigten Konditionen bereitgestellt. Die KfW finanziert die Kreditprogramme aus dem ERP-Sondervermögen (ERP = European Recovery Program). Ergänzt wird die Förderung um den ERP-Förderzuschuss, der seit Februar 2025 angeboten wird. Darüber hinaus wird erstmalig eine Beyond-Banking-Komponente in die Förderung integriert: der KfW Digitalisierungs-Check, der Unternehmen hilft, in kürzester Zeit ihren aktuellen Digitalisierungsstand zu ermitteln.
FÖRDERVORAUSSETZUNGEN
Die Fördermöglichkeiten stehen Freiberuflerinnen und Freiberuflern, Einzelunternehmen sowie Mittelständlern mit einem Jahresgruppenumsatz von bis zu 500 Millionen Euro offen. Voraussetzung ist ein Sitz oder eine Betriebsstätte in Deutschland. In den beiden neuen Programmen wird optional eine Haftungsfreistellung von 50 % angeboten. Das bedeutet, dass die KfW einen Teil des Ausfallrisikos übernimmt und sich das Unternehmensrisiko mit der Hausbank teilt.
BESONDERHEITEN VON INNOVATIONEN UND DIGITALISIERUNG MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN
Finanzierungsbezogene Hemmnisse stellen für viele mittelständische Unternehmen eine erhebliche Hürde dar. Investitionen in Innovations- und Digitalisierungsvorhaben weisen spezifische Merkmale auf, die sie im Vergleich zu Sachinvestitionen erschweren. Sie sind oft mit höheren Unsicherheiten verbunden, was Risiken, aber auch Chancen mit sich bringt. Zudem ist der Anteil materieller Investitionen an den Projektkosten gering, was bedeutet, dass kaum Vermögenswerte erworben werden, die als Kreditsicherheit dienen könnten. Dies macht eine externe Finanzierung besonders herausfordernd.
Um diesen Schwierigkeiten entgegenzuwirken und Investitionen in Innovationen sowie Digitalisierung gezielt zu fördern, wurden die bisherigen Förderangebote weiterentwickelt.
Laut KfW Innovationsbericht 2023 machen einfache Produkt- und Prozessverbesserungen ohne vorherige Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten einen wesentlichen Teil der Innovationsaktivitäten mittelständischer Unternehmen aus. Um diesen Bereich zu unterstützen, wurden entsprechende Fördermöglichkeiten in die Basisinnovationsförderung integriert. Dadurch ist es möglich, auch weniger anspruchsvolle Vorhaben zu einem reduzierten Fördersatz zu finanzieren.
Im Bereich der Digitalisierung zeigt sich, dass ein strategischer Ansatz entscheidend ist für den Unternehmenserfolg. Um Unternehmen eine einfache Möglichkeit zu bieten, ihren Digitalisierungsgrad zu ermitteln und einen ganzheitlichen Blick auf Digitalisierungsmöglichkeiten zu gewinnen, wurde der KfW Digitalisierungs-Check geschaffen und in die Basisförderung integriert.
OPTIMIERTE PROGRAMMGESTALTUNG
Ein interdisziplinäres KfW-Projektteam hat die Programme in Zusammenarbeit mit verschiedenen Expertinnen und Experten und dem BMWE optimiert. Es wurden Marktstudien analysiert und die zukünftigen Kreditnehmer in die Weiterentwicklung einbezogen. Dazu wurden Interviews durchgeführt und die Zwischenergebnisse validiert.
Die Schwerpunkte Digitalisierung und Innovation werden nun separat und gezielter als bisher gefördert. In allen Bereichen der Förderung wurde der Mindestkreditbetrag aufgehoben und eine Haftungsfreistellung eingeführt, sodass sich Hausbanken und KfW das Kreditnehmer-Risiko teilen können. Das ermöglicht es, mit dem gleichen Förderbudget eine größere Anzahl von Unternehmen und Vorhaben zu unterstützen.
Im Bereich Digitalisierung wird durch den integrierten Beyond-Banking-Ansatz ein Dreiklang aus dem ERP-Förderkredit Digitalisierung, dem ERP-Förderzuschuss und dem KfW Digitalisierungs-Check realisiert, um Unternehmen gezielt in der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien zu unterstützen. Dies wird durch die Einführung der Basisdigitalisierung ergänzt. Diese ist ein niedrigschwelliger Einstieg in die Förderung und umfasst die Implementierung einer modernen IT-Infrastruktur für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die zuvor den KfW Digitalisierungs-Check durchgeführt haben. Auch im Bereich der Innovationen ermöglicht die neue Basisförderung
die Unterstützung einfacher Produkt- und Prozessverbesserungen. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben profitieren zudem von der Integration eines zusätzlichen Beihilferegimes in die Förderung.
INHALTE DES NEUEN PORTFOLIOS IM ÜBERBLICK
Digitalisierungs-Check: Ein wertvolles Tool, das Unternehmen hilft, ihren aktuellen Digitalisierungsstand in 20 Minuten zu ermitteln. Auf dieser Basis erhalten die Unternehmen Vorschläge, wie sie ihre Digitalisierung weiter vorantreiben können. Zudem erhalten sie Beispiele von anderen Unternehmen aus derselben Branche, die bereits erfolgreich digitalisiert haben. Der Digitalisierungs-Check ist benutzerfreundlich und bietet eine erste Orientierung, die für viele Unternehmen wichtige Hinweise geben kann. Mit dem Digitalisierungs-Check sollen nicht nur strategischere Digitalisierungsmaßnahmen angestoßen, sondern auch ein größeres Bewusstsein für deren Notwendigkeit geschaffen werden.
Anreizbasierte Förderung: Die Förderung in beiden Kreditprogrammen erfolgt in drei Stufen, die sich nach dem Digitalisierungs- oder Innovationsgrad des Vorhabens richten: Basis-Stufe, LevelUp-Stufe und HighEnd-Stufe (Abb.1). Die Konditionen werden mit jeder Stufe besser. Am besten sind sie in der HighEnd-Förderung Stufe 3. Das bedeutet: Je größer und anspruchsvoller das Vorhaben, desto attraktiver sind die Zinssätze und Förderzuschüsse des Kredits. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung der Zinsvergünstigungen und Zuschüsse. Die neu entwickelte Basisförderung – sowohl in der Digitalisierung als auch in der Innovation – ermöglicht insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für die notwendige Basisausstattung wie Computer, Tablets und Softwarelösungen sowie für einfache Produktverbesserungen. Diese Ausgaben waren bisher nur im Rahmen der allgemeinen Mittelstandsfinanzierung der KfW förderfähig. Mit der Einführung der Basisdigitalisierung wird künftig eine günstigere Finanzierung im ERP-Förderkredit Digitalisierung ermöglicht. Die LevelUp-Stufe entspricht in etwa der bisherigen Förderung. Gefördert werden F&E-Vorhaben sowie Digitalisierungsvorhaben, die sich durch die Verwendung von Daten und Vernetzung von Maschinen auszeichnen. Die höchste Förderung, die HighEnd-Stufe, unterstützt zukunftsorientierte Technologien, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, sowie anspruchsvolle Vorhaben. Der Nachweis, dass es sich um ein anspruchsvolles Vorhaben handelt, erfolgt über die Größe des Vorhabens relativ zum Unternehmensumsatz. Dies kommt auch kleineren Unternehmen zugute, da sie im Verhältnis zu ihrer Größe überdurchschnittlich hohe Beträge für ihre Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben aufwenden.
ERP-Förderzuschuss: Dieser Zuschuss kann in Kombination mit den Kreditprogrammen beantragt werden und bietet einen zusätzlichen Anreiz für Investitionen in Digitalisierungsmaßnahmen oder Innovationen. Der im Februar erfolgreich gestartete ERP-Förderzuschuss verbleibt zum Programmstart für die LevelUp-Stufe bei 3 Prozent und wird in der HighEnd-Stufe auf 5 Prozent erhöht.
Das neu eingeführte Förderkonzept hat sich bereits in den ersten Wochen erfolgreich am Markt etabliert. Der Übergang von den bisherigen Produkten auf die neuen Programme erfolgte nahtlos und es zeigt sich großes Interesse der Banken und Unternehmen an den neuen Angeboten. Erste Anträge und Zusagen in allen Förderstufen wurden bereits getätigt und auch der KfW Digitalisierungs-Check erfreut sich großer Beliebtheit.
ZUKUNFTSAUSBLICK
Digitalisierung und Innovationen sind keine einmaligen Projekte, sondern fortlaufende Prozesse. Unternehmen müssen kontinuierlich in neue Technologien investieren und ihre Geschäftsmodelle anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die neuen Fördermöglichkeiten bieten eine wertvolle Unterstützung, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Das BMWE und die KfW werden auch weiterhin eng mit den Unternehmen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Förderangebote den tatsächlichen Bedürfnissen des Mittelstands entsprechen. Die Rückmeldungen der Unternehmen und Finanzinstitute sind dabei für eine kontinuierliche Programmoptimierung von entscheidender Bedeutung.