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Besser als befürchtet, schlechter als erhofft - Die weltwirtschaftliche Entwicklung zeigt sich widerstandsfähig, bleibt aber gefährdet
Einleitung
IN KÜRZE
Seit der letzten Bestandsaufnahme im Mai, die erstmals die handelspolitischen Maßnahmen der Vereinigten Staaten als wesentlichen Faktor reflektierte, hat sich die weltwirtschaftliche Lage nur wenig verändert. Größere Verwerfungen und Turbulenzen an den Güter-, Rohstoff-, Dienstleistungs- und Finanzmärkten sind bislang ausgeblieben, Produktion und Welthandel verzeichnen keine extremen Ausschläge. Gleichwohl bleibt die Entwicklung fragil und die Unsicherheit allgegenwärtig. Vorzieheffekte dominieren die Lage, Abwärtsrisiken die Prognosen.
Nichts ist so alt wie die Nachricht von gestern. Diese Binsenweisheit gilt im Spätsommer 2025 und beim Versuch einer Beschreibung der weltwirtschaftlichen Lage und Abschätzung der weiteren Entwicklung mehr denn je. Die sich immer wieder ändernden Zollkulissen erschweren Berechnungen zur Prognose der weltwirtschaftlichen Entwicklung, da die Berechnungsgrundlagen stetig an die neusten Entwicklungen angepasst werden müssen. Wenig überraschend gelangen der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die OECD in ihren jüngsten Konjunkturprognosen daher zu leicht unterschiedlichen Einschätzungen:
Anfang Juni korrigierte die OECD ihre im März formulierten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft für dieses Jahr um 0,2 und für nächstes Jahr um 0,1 Prozentpunkte (PP) nach unten und geht nun von jeweils 2,9 % Wachstum aus. Die ebenfalls im Juni aktualisierte Prognose der Weltbank, die für dieses Jahr 2,3 % und für nächstes Jahr 2,4 % Wachstum erwartet, ist aufgrund der verwendeten Aggregationsmethode nur bedingt vergleichbar, nimmt gegenüber den zuletzt im Januar formulierten Erwartungen jedoch auch deutliche Abwärtskorrekturen vor (0,4 PP für 2025 und 0,3 PP für 2026). Dagegen korrigierte der IWF Ende Juli seine bisherige im April formulierte Prognose leicht nach oben und geht von 3,0 % Wachstum in diesem und 3,1 % im nächsten Jahr aus, was Aufwärtskorrekturen um 0,2 und 0,1 PP entspricht. Für alle Prognosen gilt: Die jüngsten Trade Deals und insbesondere auch der Trade Deal zwischen den USA und der EU sind dabei noch nicht berücksichtigt. Entsprechend stimmen alle Institute in zwei Punkten überein: zum einen in der Betonung der ihnen zugrunde liegenden Unsicherheit, zum anderen in der Einschätzung, dass Abwärtsrisiken dominieren.
US-ZOLLPOLITIK SEIT DEM „LIBERATION DAY“ HOCHDYNAMISCH
Anfang April kündigten die Vereinigten Staaten neue Zölle gegenüber den meisten Handelspartnern an, die sich an den bilateralen Handelsdefiziten bemessen und zusätzlich zu den bereits existierenden Zöllen (u.a. sektorale Sonderzölle) erhoben werden sollten. Kurz darauf wurden einige länderspezifischen Zölle für 90 Tage auf einen länderspezifischen und niedrigeren universellen Satz (sog. „Basiszölle“) gesenkt, zunächst mit Ausnahme von, im Mai dann auch für China. Dies ist im Wesentlichen die Zollkulisse, auf denen die weltwirtschaftlichen Prognosen erstellt wurden. Die Änderungen durch die Executive Order vom 31. Juli konnten noch nicht einfließen. Mit dieser Executive Order hat US-Präsident Trump die seit April bestehenden länderspezifischen „Basiszölle“ angepasst; die neuen Zollsätze gelten seit dem 7. August. Daneben gelten bestehende sektorale Zusatzzölle auf US-Importe fort (Automobile und -teile, Stahl und Alumnium sowie Kupfer). Die „Basiszölle“ sind zum Teil das Ergebnis bilateraler Verhandlungen der USA mit Handelspartnern. So haben die EU und die USA am 27. Juli eine politische Grundsatzeinigung erzielt, die unter anderem einen Basiszollsatz von 15 % vorsieht. Gegenüber China hat US-Präsident Trump in den laufenden bilateralen Verhandlungen mit Executive Order vom 11. August die erhöhten Zölle für weitere 90 Tage ausgesetzt. Im Zuge der US-Zollpolitik stieg der effektive US-Zollsatz auf ein Niveau, das es so seit fast einem Jahrhundert nicht mehr gegeben hatte. Abbildung 1 zeigt den Verlauf bis 2024 (2,4 %) und den Wert Stand 12. Mai (17,8 %):
Überdies ist die handelspolitische Unsicherheit gestiegen. Diese bezieht sich darauf, ob die aktuellen Zollsätze Bestand haben, wie sie umgesetzt werden, und in welchem Umfang und wann mögliche Vergeltungsmaßnahmen ergriffen werden. Eine erste Entspannung trat am 12. Mai ein, als China und die Vereinigten Staaten das erste Mal vereinbarten, die nach dem 2. April verschärften Zölle für zunächst 90 Tage zu senken. Auch die bilateralen politischen Einigungen zwischen den USA und der EU haben zu einer gewissen Stabiliät beigetragen. Auf das Unsicherheit mindernde und Zuversicht stiftende Potenzial längerfristiger Vereinbarungen auch mit anderen Handelspartnern bleibt zu hoffen. Im Gegensatz zur allgemeinen Unsicherheit ist die spezifisch handelspolitische Unsicherheit wieder rückläufig, wie jeweils einschlägige Indikatoren nahelegen: Der Trade Policy Uncertainty Index (TPU) misst die Häufigkeit des gemeinsamen Vorkommens der Begriffe „Handelspolitik“ und „Unsicherheit“ in den wichtigsten US-amerikanischen Zeitungen. Der World Uncertainty Index (WUI) zählt den Anteil des Wortes „unsicher” (oder einer Variante davon) in den Länderberichten der Economist Intelligence Unit. Höhere Werte bedeuten höhere Unsicherheit und umgekehrt.
SIMMUNGSINDIKATOREN DEUTEN (DEN)NOCH AUF VERHALTENEN OPTIMISMUS HIN
Aktuell lassen wichtige Stimmungsindikatoren keine eindeutige Tendenz erkennen. Der Index des Verbrauchervertrauens der OECD basiert auf Befragungen von Haushalten nach ihrer persönlichen finanziellen Lage, ihrer Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage, der Arbeitslosigkeit und ihrer Konsumneigung. Werte über 100 signalisieren gestärktes Vertrauen, Werte unter 100 eine pessimistische Einschätzung der zukünftigen Entwicklung. In den großen Wirtschaftsräumen sowie den G20-Staaten liegt das so gemessene Verbrauchervertrauen unter dem langfristigen Durchschnitt (=100), in China ist es notorisch niedrig, in den USA zuletzt gefallen. Am aktuellen Rand scheint sich allerdings wieder etwas Zuversicht zu verbreiten. Der Index der Unternehmenszuversicht beruht auf Umfragen zu Produktion, Aufträgen und Lagerbeständen. Hier deuten Werte über 100 auf gestiegenes Vertrauen in die zukünftige Geschäftsentwicklung, Werte unter 100 auf Pessimismus hin. Letztere sind in der globalen Geschäftswelt dem Indikator zufolge vorherrschend, wobei Japan eine positive Ausnahme darstellt.
Unbeschadet der eher pessimistischen Zuversichtsindikatoren sendet der ebenfalls auf Befragungen beruhende Einkaufsmanagerindex eher positive Signale. Als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung gibt er Auskunft über die Stimmung in den Einkaufsabteilungen der Unternehmen, wobei Werte über 50 auf wirtschaftliche Expansion, Werte unter 50 auf Schrumpfung hindeuten.
Sowohl in den G7-Staaten als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern stehen demnach die Zeichen auf Ausweitung der Geschäftstätigkeit, wenn auch mit unterschiedlichen jüngsten Tendenzen. Bemerkenswert scheint hier der starke Anstieg in den USA und der Abschwung in China, die beide gegenläufig zu den aktuellen Wachstumsprognosen (s.u.) sind.
DIE FINANZMÄRKTE WAHR(T)EN RELATIVE CONTENANCE
Die Aktienmärkte brachen weltweit ein, als sich die Handelsspannungen Anfang April verschärften, und die Volatilität an den Finanzmärkten stieg sprunghaft an. Nach der Ankündigung einer 90-tägigen Aussetzung der meisten Zölle im April und vieler Zölle zwischen den USA und China im Mai erholten sich die Aktienmärkte jedoch weitgehend und die Volatilität – in Abb. 5 anhand des S&P 500-Volatilitäts- index dargestellt – ging zurück. Der S&P 500 Volatility Index misst die konstante, über 30 Tage erwartete Volatilität des US-Aktienmarktes und wird aus den Echtzeit-Mid-Quote-Preisen der Call- und Put-Optionen des S&P 500 abgeleitet. Weltweit ist er einer der wichtigsten Messgrößen für Volatilität und wird von Finanzmedien ausführlich betrachtet.
Anfang April verzeichneten viele Schwellenländer starke Kapitalabflüsse und einen Einbruch der Aktienmärkte. Die Risikozuschläge für Staatsanleihen stiegen, wenn auch in unterschiedlichem Maße, je nach der Exposition der Volkswirtschaften gegenüber den seitens der USA angekündigten Handelsbarrieren. Abbildung 6 zeigt die Entwicklung der Risikozuschläge gegenüber US-Staatsanleihen, die Schwellen- und Entwicklungsländer in Kauf nehmen mussten. Mittlerweile haben sich die globalen Finanzierungsbedingungen jedoch entspannt. Die US-Aktienmärkte haben die Verluste aus den Zollstreitigkeiten wettgemacht. Auch andere globale Aktienmärkte haben sich, beeinflusst durch deeskalierende Ankündigungen und besser als erwartete makroökonomische Daten, erholt. Bemerkenswert ist der Wertverlust des US-Dollars, der Erwartungen widerspricht, wonach Zölle, höhere Haushaltsdefizite und Unsicherheit an den Finanzmärkten zu einer Aufwertung führen würden. Die Dollarschwäche hat den Schwellen- und Entwicklungsländern etwas geldpolitischen Spielraum verschafft.
DIE INFLATION BLEIBT TENDENZIELL RÜCKLÄUFIG, ABER NICHT ÜBERALL (GLEICH STARK)
Hinsichtlich der globalen Inflation verzeichnet der IWF gemischte Signale. Der Median der Gesamtinflation sei leicht gestiegen, aber die Kerninflation deutlich gesunken. In mehreren Volkswirtschaften, darunter im Euroraum, ging die Inflation überraschend stark zurück. In den Vereinigten Staaten ist sie leicht gestiegen, wobei es laut IWF erste Anzeichen dafür gibt, dass sich die Zölle und der schwächere Dollar auf die Verbraucherpreise auswirken und die Kosten für Vorleistungsgüter für Produzenten gestiegen sind. Auch die Weltbank sieht die Aussichten ambivalent: Zollerhöhungen dürften die Verbraucherpreisinflation nach oben treiben, indem sie importierte Konsumgüter und Zwischenprodukte verteuern und die Nachfrage auf die relativ unelastische inländische Produktion umlenken. Andererseits dürften höhere Handelsbarrieren außerhalb der Volkswirtschaften, in denen Einfuhrzölle stark angehoben wurden, deflationär wirken, da sie die Auslandsnachfrage schwächen. Allerdings bestünden auch in diesen Ländern Aufwärtsrisiken für die Inflation, die indirekt mit Handelsbeschränkungen zusammenhängen. So könnten Störungen der globalen Lieferketten oder Währungsabwertungen zu unvorhersehbaren Preisanstiegen führen. Zudem hätten sich die Inflationserwartungen, insbesondere die kurzfristigen und vor allem in einigen großen Volkswirtschaften, erhöht, wie Abb. 7 nahelegt. Die Weltbank führt dies auf erwartete Zollerhöhungen zurück.
Im Lichte der gemischten Signale erwartet der IWF, dass die Gesamtinflation in 2025 auf 4,2 % und 2026 auf 3,6 % sinkt, die Weltbank, dass sie weltweit in den nächsten beiden Jahren durchschnittlich 2,9 % betragen und 2027 auf 2,5 % zurückgehen wird – was in etwa dem durchschnittlichen Inflationsziel entspricht. Die Prognosen für die Schwellen- und Entwicklungsländer für 2025 wurden leicht nach unten, die für entwickelte Volkswirtschaften, vor allem die Vereinigten Staaten, indes deutlich nach oben korrigiert. Die Zahlen des IWF sind mit denen der Weltbank aufgrund der unterschiedlichen Aggregationsmethode nicht vergleichbar, entsprechen aber nahezu den Prognosen vom April, wobei sich die Trends einer nachlassenden Nachfrage und sinkender Energiepeise fortsetzen. Auch der IWF verweist darauf, dass das Gesamtbild unterschiedliche Prognosen für die einzelnen Länder verdeckt. So dürfte die Inflation in den Vereinigten Staaten bis 2026 über dem Zielwert von 2 % bleiben, im Euroraum hingegen gedämpfter ausfallen. Ohne globale Zahlen zu nennen, sagt die OECD für die meisten fortge- schrittenen Volkswirtschaften und Schwellenländer einen weiteren Rückgang voraus. Ausnahmen bilden neben den Vereinigten Staaten auch Südafrika – wo eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Verringerung der Produktionslücke angeführt werden – sowie Brasilien – wo ein jüngster Anstieg der Dienstleistungsinflation zu Buche schlagen dürfte.
DES EINEN LEID, DES ANDEREN FREUD – DIE ROH STOFFPREISE GEBEN NACH
Reduzierte Wachstumsaussichten angesichts erhöhter Handelsbarrieren und politischer Unsicherheit ließen die durchschnittlichen Rohstoffpreise seit Februar sinken. Die Weltbank erwartet 2025 einen Rückgang um 10 % und für 2026 um weitere 6 %, da die Produktion einiger Energie- und Metallrohstoffe zunimmt und die Angebotsengpässe bei mehreren Agrarrohstoffen nachlassen. Im Sinne der Inflationsbekämpfung und aus Sicht der Rohstoffimporteure ist dies positiv, für rohstoffexportierende Staaten hingegen wachstumsbremsend. Die Preise für Agrarrohstoffe dürften sich laut Weltbank in diesem Jahr kaum verändern und 2026 leicht sinken. Die Metallpreise (ohne Edelmetalle) sind Anfang April aufgrund der sich verschlechternden globalen Wachstumsaussichten stark gefallen, haben sich aufgrund der etwas abgekühlten Handelsspannungen aber teilweise wieder erholt. Seit Jahresbeginn wurden die Kupfer- und Aluminiumpreise durch die antizipierten Zollerhöhungen gestützt (Vorzieheffekte). Insgesamt wird der Metallindex 2025 laut Weltbank um 5 % sinken und 2026 weiter nachgeben. Die Preise für die meisten Basismetalle dürften in diesem Jahr aufgrund der handelsbedingten Belastungen für die globale Produktion zurückgehen. Der Edelmetallpreisindex, der hauptsächlich Gold, aber auch Silber und Platin widerspiegelt, dürfte sich dem allgemeinen Trend entziehen und 2025 um mehr als 30 % steigen.
Die Ölpreise stiegen während der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Iran und Israel im Juni erheblich, was in erster Linie auf höhere Risikoprämien zurückzuführen war, da die physische Ölversorgung nicht unterbrochen wurde. Dieser geopolitisch bedingte Anstieg ist nach Einschätzung des IWF weitgehend abgeklungen und die Fundamentaldaten sind wieder rückläufig, da das starke Angebot das schwache Nachfragewachstum übersteigt.
TROTZ ODER WEGEN DER ZOLLDROHUNGEN: DER WELTHANDEL ZEIGT SICH (NOCH) DYNAMISCH
Der Welthandel hat sich bisher stärker entwickelt als angesichts der drastisch gestiegenen handelspolitischen Unsicherheit gemeinhin erwartet worden war. Dies ging unter anderem auf in Erwartung von Zollerhöhungen vorgezogene Bestellungen zurück. So legte das Handelsvolumen in China und den USA stark zu, insbesondere die Importe von Industriegütern in die USA stiegen im ersten Quartal 2025 sprunghaft an und die Lagerbestände wuchsen. Der World Trade Monitor, der monatlich das Handelsvolumen von über 80 Ländern erfasst, die knapp 99 % des Welthandels ausmachen, zeigt bis Mai einen kontinuierlichen Aufwärtstrend, am aktuellen Rand jedoch einen Rückgang. Das Trade Barometer fasst vierteljährlich verschiedene handelsbezogene Teilindizes zu einem Gesamtindex zusammen und zeigt Wendepunkte an: Ein Wert von 100 bedeutet, dass die Expansion des Handels den jüngsten Trends entspricht, Werte über 100 deuten auf überdurchschnittliches, Werte unter 100 auf unterdurchschnittliches Wachstum hin. Der jüngste Wert lässt wenig Veränderung erwarten.
Im Einklang damit hat der IWF seine Erwartung für das Welthandelswachstum gegenüber April für 2025 um 0,9 PP auf 2,6 % angehoben. Für 2026 wurde die Prognose allerdings um 0,6 PP auf 1,9 % abgesenkt. Die OECD geht für 2025 von 2,8 % und für 2026 von 2,2 % aus. Abweichend davon erwartet die Weltbank hingegen Wachstumsraten von 1,8 % und 2,4 %, was Absenkungen um 1,3 bzw. 0,8 PP entspricht. Sie rechnet parallel zur erwarteten Belebung des globalen Wachstums damit, dass sich das Handelswachstum von seinem schwachen Tempo in diesem Jahr erholt. Allerdings verdecke die globale Prognose erhebliche Unterschiede: Länder mit einer größeren Exportabhängigkeit von den sich entwickelnden Märkten dürften sich schneller erholen als Länder, die stärker von den fortgeschrittenen Volkswirtschaften abhängig sind.
DUNKLE WOLKEN DOMINIEREN DEN AUSBLICK
Die im Detail unterschiedlichen Prognosen von Weltbank, IWF und OECD stimmen darin überein, dass künftiger Korrekturbedarf eher nach unten als nach oben gerichtet sein dürfte – Abwärtsrisiken stehen deutlich im Vordergrund:
Zusätzliche sektorale Zölle in Bereichen wie Elektronik und Pharmazeutika könnten die effektiven Zollsätze erhöhen und Engpässe verursachen, die die direkten Auswirkungen der Zölle verstärken. Nichttarifäre Maßnahmen, die auf kritische Vorleistungen abzielen, könnten Verwerfungen in den globalen Lieferketten erzeugen. Inflationäre Auswirkungen weiterer Zölle und nichttarifäre Maßnahmen könnten sich als erheblich und anhaltend erweisen, wenn es strategische Komplementariäten gibt – dergestalt, dass Preiserhöhungen eines Unternehmens den Anreiz für andere Unternehmen erhöhen, ähnlich zu handeln. Selbst wenn die Zollsätze unverändert bleiben, könnte die hohe Unsicherheit die Konjunktur stärker als angenommen belasten. Eine erneute Verschärfung der Handelsbeschränkungen könnte die Inflation in wichtigen Volkswirtschaften weiter ansteigen lassen, wodurch Realeinkommensverluste vergrößert und Spielräume der Zentralbanken zur Stützung des schwächelnden Wachstums durch Senkung der Leitzinsen eingeschränkt würden.
Eine Eskalation der geopolitischen Spannungen, insbesondere im Nahen Osten oder in der Ukraine, könnte neue negative Angebotsschocks mit sich bringen. Schifffahrtsrouten und Lieferketten könnten unterbrochen werden, die Rohstoffpreise könnten steigen, insbesondere wenn es zu Schäden an der Versorgungsinfrastruktur käme. Diese Kräfte würden das Wachstum dämpfen, den Inflationsdruck wieder ansteigen lassen und damit den Zentralbanken schwierigere Abwägungen bescheren.
Fiskalische Schwachstellen könnten deutlicher zutage treten, mit Auswirkungen auf die Finanzmärkte und Spillover-Effekten auf die Realwirtschaft. Eine Reihe von Volkswirtschaften dürfte vor dem Hintergrund einer historisch hohen Staatsverschuldung hohe Haushaltsdefizite verzeichnen. Dies könnte die Laufzeitprämien erhöhen und insbesondere im Falle der Vereinigten Staaten die globalen Finanzierungsbedingungen verschärfen. Ein Anstieg der US-Laufzeitprämien wegen Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen könnte auch zu einer übermäßigen Volatilität der Finanzmärkte führen, insbesondere wenn dies mit Bedenken hinsichtlich der geoökonomischen Fragmentierung und der Zukunft des auf den Dollar ausgerichteten internationalen Währungssystems einhergeht.
Vorzieheffekte haben Risiken geschaffen, die die Auswirkungen potenzieller negativer Schocks verstärken könnten. So könnte ein möglicher Lagerüberhang die Importaufträge stärker als erwartet reduzieren. Unternehmen könnten mit erhöhten Lagerhaltungskosten und potenziellen Verlusten durch Veralterung belastet werden, insbesondere wenn die Nachfrage nach den gelagerten Gütern ausbleibt oder sich die Finanzierungsbedingungen verschärfen.
Positive Überraschungen könnte es dagegen geben, wenn in Verhandlungen ein verlässlicher und dem Handel förderlicher Rahmen geschaffen würde. Durch eine deutliche Verringerung der Unsicherheit und die Förderung der Berechenbarkeit der Politik könnten diskriminierungsfreie Vereinbarungen zum Abbau von Handelshemmnissen den effektiven Zollsatz senken und so Investitionen und andere unternehmerische Entscheidungen erleichtern. Positive Auswirkungen wären noch größer, wenn die Vereinbarungen neben dem Warenhandel auch den Handel mit digitalen Dienstleistungen und Investitionen umfassen.
REGIONALE ENTWICKLUNGEN SIND WEITERHIN SEHR UNTERSCHIEDLICH
In den Vereinigten Staaten haben sich die Aussichten nach Einschätzung von OECD und Weltbank eingetrübt, was mit nachlassender Verbraucherstimmung, Rückgängen an den Aktienmärkten und gesunkener Risikobereitschaft sowie gestiegenen Inflationserwartungen, erhöhten Risikozuschlägen für Unternehmensanleihen und gestiegenen Renditen für Staatsanleihen begründet wird. Zudem sei die politische Unsicherheit hoch und die Robustheit des Arbeitsmarktes lasse nach. Vor dem Hintergrund sieht die Weltbank die Aussichten eingetrübt und erwartet für 2025 1,4 % und für 2026 1,6 % BIP-Wachstum, was Abwärtskorrekturen von 0,9 bzw. 0,4 PP entspricht. Auch die OECD erwartet, dass sich das Wachstum verlangsamt, auf 1,6 % in 2025 und 1,5 % in 2026 – 0,6 bzw. 0,1 PP weniger als im März erwartet. Dies spiegelt den Anstieg der effektiven Einfuhrzölle und die Vergeltungsmaßnahmen einiger Handelspartner, die hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit, einen deutlichen Rückgang der Nettozuwanderung und den erheblichen Abbau der Bundesbediensteten wider. Die jüngere Prognose des IWF hingegen sieht die US-Wirtschaft aufgrund der gegenüber den Ankündigungen vom 2. April niedrigeren Zölle und der lockeren Finanzierungsbedingungen in 2025 um 1,9 % und in 2026 um 2,0 % wachsen, 0,1 PP bzw. 0,3 PP mehr als im April. Kurzfristig dürfte sich das Gesetzespaket „OBBBA“ (one big beautiful bill act) positiv auswirken, vor allem durch Steueranreize für Unternehmensinvestitionen. Für Kanada prognostiziert die OECD aufgrund der Handelsspannungen mit dem Nachbarn einen Rückgang des BIP-Wachstums auf 1,0 % in 2025 und 1,1 % in 2026. Dies sind zwar 0,3 bzw. 0,4 PP mehr als im März erwartet, doch dürften Exporte und Investitionen 2025 zurückgehen, während die sich verschlechternden Beschäftigungsaussichten den privaten Konsum schwächen dürften. Im Lichte der seither leicht entspannten handelspolitischen Situation geht der IWF von 1,6 % und 1,9 % aus, was Aufwärtskorrekturen um 0,2 und 0,3 PP entspricht.
Für die Eurozone erwartet der IWF eine Beschleunigung des Wachstums auf 1,0 % in 2025 und in 2026 auf 1,2 %, was einer Aufwärtskorrektur um 0,2 PP für 2025 entspricht, die jedoch weitgehend einem historisch hohen Anstieg der irischen Pharmaexporte in die Vereinigten Staaten zu verdanken ist, der wiederum vor allem auf Vorzieheffekte in Antizipation von neuen Handelshemmnissen beruht. Die OECD erwartet exakt dieselben Zahlen. Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet 0,9 % in 2025 und 1,1 % in 2026 und nennt – wie der IWF – die u.a. von Deutschland angekündigten fiskalischen Impulse als mittelfristige Nachfragetreiber. Die nun angekündigten US-Zölle im Rahmen der Vereinbarung mit der EU könnten indes das Wachstum dämpfen. Die Inflation dürfte 2025 knapp überhalb von 2,0 % liegen, in 2026 jedoch absinken – die EZB erwartet nur 1,6 %, u.a. aufgrund weiter sinkender Energiepreise. Dies reflektiert auch die seit Anfang 2025 anhaltende Aufwertung des Euro. Die Weltbank erwartet für 2025 nur 0,7 % und für 2026 nur 0,8 % Wachstum. Die gegenüber den Januarprognosen deutlichen Abwärtskorrekturen um 0,3 und 0,4 PP reflektieren eine Kombination aus höheren US-Zöllen, erhöhter Unsicherheit und einer schwächeren Auslandsnachfrage.
Für das Vereinigte Königreich prognostiziert die OECD in diesem Jahr 1,3 % und im nächsten Jahr 1,0 % Wachstum. Die Auswirkungen von Handelsspannungen und Unsicherheit auf die Stimmung der Unternehmen und das Verbrauchervertrauen dürften die Konjunktur belasten, die Stimulation von Staatskonsum und Investitionen durch die fiskalischen Maßnahmen aus dem letzten Herbst könne dies nicht wettmachen. Die Lage der öffentlichen Finanzen wird als erhebliches Abwärtsrisiko gesehen; die geringen fiskalischen Puffer seien unzureichend, um im Falle erneuter negativer Schocks eine angemessene Unterstützung zu gewährleisten. Als weiteres Abwärtsrisiko wird die erhöhte Inflation im Dienstleistungsbereich genannt, da sie eine länger anhaltende Straffung der Geldpolitik erforderlich machen könnte. Gegenüber April kaum verändert erwartet der IWF 1,2 % Wachstum in 2025 und 1,4 % in 2026.
Gestützt durch die Erholung des Konsums und die Wiederinbetriebnahme von Automobilwerken nach länger als erwartet andauernden Stillständen im letzten Jahr dürfte sich das BIP-Wachstum in Japan der Weltbank zufolge auf 0,7 % in 2025 und 0,8 % in 2026 einstellen. Dies entspricht Abwärtsrevisionen um 0,5 PP bzw. 0,1 PP, die mit nachlassender Auslandsnachfrage aufgrund erhöhter Handelsbarrieren und einem aufgrund von hohen Lebensmittelpreisen geschwächten Reallohnwachstum begründet werden. IWF und OECD gehen ebenfalls von 0,7 % für 2025 aus, was Korrekturen um +0,1 PP bzw. -0,4 PP entspricht. Für 2026 erwartet der IWF 0,5 %, die OECD nur 0,4 %, was Korrekturen um -0,1 PP bzw. +0,2 PP entspricht. Dabei dürfte die Binnennachfrage der wichtigste Wachstumsmotor sein, der private Konsum von robusten Lohnwachstum profitieren.
In China beeinträchtigen die US-Zölle die Aussichten für Handel und Wirtschaftstätigkeit erheblich. Zunächst blieb das Wachstum dank in Antizipation von Zöllen vorgezogener Exporte robust. Die Importe entwickelten sich hingegen schleppend, gebremst durch die anhaltend schwache Binnennachfrage u.a. vor dem Hintergrund der Immobilienmarktkrise, die sich nun seit fast vier Jahren hinzieht. Die Weltbank erwartet, dass sich das Exportwachstum verlangsamt und die Auswirkungen der US-Zollerhöhungen spürbar werden. Ein schwacher Arbeitsmarkt und ein gedämpfter Immobiliensektor dürften den Konsum belasten, zusätzliche fiskalische Unterstützungsmaßnahmen hingegen nicht immobilienbezogene Investitionen, Konsum und Industriekonjunktur stützen. Gegenüber der letzten Prognose unverändert erwartet die Weltbank, dass das BIP 2025 um 4,5 % und 2026 um 4,0 % wächst, und verweist zudem auf eine Abschwächung des Potenzialwachstums aufgrund verlangsamten Produktivitätswachstums, alternder Bevölkerung und hoher Verschuldung. Sehr ähnlich begründet erwartet die OECD für 2025 ein Wachstum von 4,7 % und von 4,3 % in 2026, was marginalen Absenkungen (je 0,1 PP) entspricht. Der IWF hingegen nimmt für 2025 eine Aufwärtskorrektur um 0,8 PP vor und erwartet nunmehr ein BIP-Wachstum von 4,8 %. Dies spiegelt die überraschend starke Konjunktur der ersten Jahreshälfte und die seit April erfolgte zeitliche Aussetzung der Zölle zwischen den USA und China wider. Eine Erholung der Lagerbestände dürfte die Vorzieheffekte in der zweiten Jahreshälfte 2025 allerdings teilweise ausgleichen. Die Erwartung für 2026 wurde gleichsam um 0,2 PP auf 4,2 % angehoben, was ebenfalls niedrigere effektive Zollsätze als befürchtet widerspiegelt.
Für Indien wird im Fiskaljahr 2025/26 (1.4.2025 bis 31.3.2026) weiterhin das stärkste Wachstum unter den großen Volkswirtschaften erwartet. Der private Konsum wird durch steigende Realeinkommen und niedrigere Einkom- mensteuern gestützt, entspanntere Finanzierungsbedingungen erleichtern die Investitionen. Das Exportwachstum dürfte sich jedoch aufgrund der schwächeren globalen Nachfrage, der Auswirkungen höherer Zölle und der erhöhten Unsicherheit verlangsamen. Die Weltbank erwartet für dieses Fiskaljahr 6,3 % und für das folgende 6,5 % Wachstum, was Abwärtskorrekturen um 0,4 PP bzw. 0,2 PP bedeutet. Die OECD erwartet für die beiden Jahre 6,3 und 6,4 %, was Abschlägen von 0,1 PP und 0,2 PP gleichkommt. Der IWF prognostiziert für beide Jahre je 6,4 %, wobei beide Zahlen leicht (um 0,2 bzw. 0,1 PP) nach oben korrigiert wurden, was auf ein günstigeres externes Umfeld als in der Referenzprognose vom April angenommen zurückgeführt wird.
Für Lateinamerika und Karibik erwartet die Weltbank 2,3 % Wachstum in diesem und 2,4 % im nächsten Jahr, was Abwärtskorrekturen von je 0,2 PP impliziert. Trotz der wegen anderer Aggregationsmethode nur bedingten Vergleichbarkeit der absoluten Zahlen sei bemerkt, dass der IWF auf ähnlichem Niveau, aber mit umgekehrter Tendenz von 2,2 % in 2025 und 2,4 % in 2025 ausgeht, was für 2025 eine Aufwärtskorrektur um 0,2 PP bedeutet. Mexiko dürfte am stärksten von den neuen Handelsbarrieren betroffen sein, die gesamte Region aber in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie stark mit der US-Wirtschaft verflochten ist. Auch der Rückgang der Rohstoffpreise dürfte das regionale Wachstum moderat belasten. Für Mexiko erwartet die Weltbank 0,2 % Wachstum in 2025, was eine Abwärtskorrektur um 1,3 PP bedeutet und höhere US-Zölle und verlangsamtes Wachstum in den USA widerspiegelt. Für 2026 werden 1,1 % erwartet, was eine Absenkung um -0,5 PP bedeutet. Die OECD sieht die mexikanische Wirtschaft 2025 um 0,4 % und 2026 um 1,1 % wachsen, was deutlichen Aufwärtskorrekturen um jeweils 1,7 PP entspricht. Der IWF geht von 0,2 und 1,4 % in 2025 und 2026 aus, was für dieses Jahr eine Aufwärtskorrektur um 0,5 PP bedeutet. Für Brasilien erwartet die Weltbank 2,4 % in 2025 (+0,2 PP) und 2,2 % in 2026 (-0,1 PP). Die OECD erwartet eine stärkere Abschwächung auf 2,1 % in 2025 und 2026 auf 1,6 % (-0,2 PP) und führt dies vor allem auf die Binnennachfrage zurück, die unter höherer Inflation und schwächerem Verbrauchervertrauen leide. Der IWF erwartet in 2025 und 2026 2,3 bzw. 2,1 % und hat damit die Prognose gegenüber April leicht – um 0,3 und 0,1 PP – angehoben. Für Argentinien erwartet die Weltbank für 2025 ein Wachstum von 5,5 % (+0,5 PP) und für 2026 4,5 % (-0,2 PP). Die Erholung dürfte vor allem von den Sektoren Landwirtschaft, Energie und Bergbau getragen werden. Das Wachstum wird durch die makroökonomische Stabilisierung, die Aufhebung der Devisenkontrollen und wirtschaftsfreundliche Reformen gestützt. Im Rahmen des Stabilisierungsprozesses dürfte die Desinflation zu realen Einkommenszuwächsen für die privaten Haushalte führen und damit die Erholung weiter unterstützen. Auch die OECD erwartet, dass das BIP-Wachstum mit 5,2 % in 2025 und 4,3 % in 2026 robust ausfällt, was allerdings Abwärtskorrekturen von je -0,5 PP entspricht. Der IWF erwartet gegenüber April unverändert 5,5 % und 4,5 % für dieses und nächstes Jahr.
Für Russland erwartet die Weltbank eine Wachstumsverlangsamung auf 1,4 % in 2025 und 1,2 % in 2026, was Korrekturen um -0,2 PP bzw. +0,1 PP entspricht. Der diesjährige Rückgang wird auf die Abschwächung des Konsums aufgrund der verzögerten Auswirkungen der früheren geldpolitischen Straffung, das schleppende Wachstum der Reallöhne und eine Abschwächung der staatlich gelenkten Kreditvergabe an Unternehmen zurückgeführt. Wachstum und Steuereinnahmen dürften durch niedrigere globale Energiepreise gedämpft, der Arbeitskräftemangel durch negative demografische Trends verschärft werden, eingeschränkter Zugang zu Märkten und Technologien dürfte das langfristige Wachstum bremsen. Der IWF hat für 2025 eine deutlichere Abwärtsrevision um 0,6 PP und für 2026 eine marginale Aufwärtskorrektur (0,1 PP) vorgenommen und geht von 0,9 % bzw. 1,0 % BIP-Wachstum in diesem und nächstem Jahr aus. Bei Abwärtskorrekturen gegenüber März von 0,2 und 0,3 PP für 2025 und 2026 geht die OECD nunmehr von 1,0 % in diesem und 0,7 % im nächsten Jahr aus.
Die Region Subsahara-Afrika dürfte dem IWF zufolge 2025 mit 4,0 % und 2026 mit 4,3 % relativ stabil wachsen. Dies entspricht Anhebungen gegenüber April um 0,2 bzw. 0,1 PP. Mangelnder Vergleichbarkeit der Absolutzahlen unbeschadet (s.o.) sei bemerkt, dass die Weltbank ihre Prognosen für 2025 um 0,4 PP und für 2026 um 0,2 PP auf 3,7 und 4,1 % gesenkt hat. Direkte Auswirkungen der Handelsspannungen dürften moderat ausfallen, aber die Aussichten mittelbar, vor allem durch eine geringere weltweite Rohstoffnachfrage, getrübt werden. In Nigeria dürfte sich der Weltbank zufolge das Wachstum in 2025 auf 3,6 % (+0,1 PP ggü. Januar) und in 2026 auf 3,7 % verstärken. Der Dienstleistungssektor werde wichtigster Impulsgeber bleiben, der Industriesektor durch die gedämpfte Rohölproduktion gebremst. Der IWF erwartet 3,4 % in diesem und 3,2 % im nächsten Jahr, was Aufwärtskorrekturen um 0,4 und 0,5 PP entspricht. Für Südafrika prognostiziert die Weltbank in 2025 0,7 % und in 2026 1,1 % Wachstum, was Absenkungen um 1,1 und 0,8 PP entspricht, die globale Handelsspannungen, steigende Exportzölle und geringes Wachstumspotenzial reflektieren. Trotzdem dürfte die zarte Erholung im Vergleich zum Jahr 2024 durch steigende Konsumausgaben und Investitionen vor dem Hintergrund akkommodierender Geldpolitik bei gedämpfter Inflation gestützt werden. Verbesserungen der Energieversorgung, der Güterverkehrsinfrastruktur und der Logistik dürften die Konjunktur ebenfalls stützen. Der IWF geht – ggü. April unverändert – von 1,0 % in 2025 und 1,3 % in 2026 aus.
Die jüngsten Prognosen und Revisionen sind in Tabelle 1 zusammengefasst: