Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft

Für das dritte Quartal ist noch keine konjunkturelle Belebung absehbar. Sowohl von der Außenwirtschaft als auch vom privaten Konsum gehen bisher keine spürbaren Impulse aus. Auf der Entstehungsseite deutet sich zwar eine Stabilisierung derIndustrieproduktion an, diese ist angesichts der veränderten handelspolitischen Rahmenbedingungen jedoch weiterhin von einer volatilen Nachfrage geprägt. Eine spürbare Erholung ist voraussichtlich erst mit Wirksamwerden der wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung zu erwarten.

Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft

Der Außenhandel schwächt sich zu Quartalsbeginn leicht ab. Nach einem kräftigen Anstieg im Vormonat sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im Juli saisonbereinigt um 0,5 % zurückgegangen. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen fielen mit -0,4 % gegenüber dem Vormonat etwas geringer aus. Angesichts der anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten, der Anhebung des US-Basiszolls auf Importe aus der EU von 10 auf 15 % und der schleppenden Auslandsnachfrage bleiben die Exportperspektiven gedämpft.

Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion

Die Industrieproduktion hat zuletzt wieder zugelegt. Im Juli nahm die Ausbringung im Produzierenden Gewerbe preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,3 % gegenüber dem Vormonat zu. Die Industrie- und Energieproduktion konnten mit einem Plus von 2,2 % bzw. 4,5 % deutlich zulegen, die Bauproduktion verzeichnete mit +0,3 % einen etwas schwächeren Anstieg. Am aktuellen Rand deutet sich damit eine Stabilisierung der Industrieproduktion an. Die Auftragseingänge unterliegen allerdings weiterhin starken Schwankungen.

Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt

Am Arbeitsmarkt sind erste Anzeichen einer Stabilisierung erkennbar. Auch wenn die Arbeitslosigkeit im August die Zahl von drei Millionen Personen überschritten hat, ist sie in saisonbereinigter Betrachtung erstmals seit Ende 2022 zurückgegangen. Gleichzeitig verzeichnete die Erwerbstätigkeit im Juli ein leichtes Plus. Auch einige Frühindikatoren ließen zuletzt eine Aufwärtsbewegung erkennen. Angesichts der anhaltend schwachen wirtschaftlichen Entwicklung und weiterhin rückläufigen Arbeitskräftenachfrage in weiten Teilen der Wirtschaft dürfte sich die Stagnation am Arbeitsmarkt jedoch zunächst fortsetzen.

Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum

Einzelhandel startet mit leichtem Minus ins dritte Quartal. Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Indikatoren für die Verbraucherstimmung (GfK, HDE) haben sich zuletzt wieder etwas eingetrübt und deuten noch nicht auf eine Trendwende der verhaltenen Konsumstimmung hin. Angesichts der schwachen Arbeitsmarktentwicklung sowie geopolitischer Unsicherheiten ist damit – trotz weiter steigender Reallöhne – noch keine spürbare Belebung des privaten Konsums absehbar.