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Die Inflation im Euroraum lag im Dezember 2025 auf dem EZB-Zielwert von 2,0 Prozent, nachdem sie in den vorangegangenen Monaten leicht nach oben abgewichen war. Die EZB hat seit der EZB-Ratssitzung im Juni 2025 ihre Leitzinsen nicht mehr gesenkt. Zinsen auf Wohnimmobilienkredite blieben stabil, ebenso die Zinsen für Unternehmenskredite. Das Kreditwachstum bleibt moderat. Zinsen auf Staatsanleihen sind in den vergangenen drei Monaten leicht angestiegen, während Spreads ggü. Bundesanleihen tendenziell rückläufig waren. Der Wert des Euro gegenüber dem Dollar blieb zuletzt konstant, ggü. Yen setzte sich die Aufwertung hingegen fort.
PREISENTWICKLUNG IM EURORAUM:
Die Inflation im Euroraum (Abb. 1) ist nach dem leicht erhöhten Septemberwert in den verbleibenden drei Monaten des Jahres 2025 wieder gesunken und betrug im Drei-Monats-Durchschnitt unverändert 2,1 Prozent. Der Dezemberwert entsprach mit 2,0 Prozent jedoch wiederum dem EZB-Zielwert. Die Kerninflation lag im Drei-Monats-Durchschnitt wie auch im Dezember mit 2,3 Prozent weiterhin darüber. Die Inflation in Deutschland lag zuletzt bei 2,0 Prozent, nach 2,6 Prozent im November, in Frankreich bei 0,7 Prozent, in Italien bei 1,2 Prozent und in Spanien bei 3,0 Prozent. Die Spannbreite innerhalb des Euroraums lag zuletzt bei 4,0 Prozentpunkten: Zypern verzeichnete dabei mit 0,1 Prozent die niedrigste und Estland sowie die Slowakei mit 4,1 Prozent die höchsten Inflationsraten. Die Preise für Energie sanken ggü. dem Vorjahr um 1,6 Prozent, Lebensmittelpreise stiegen hingegen um 2,6 Prozent und Dienstleistungen um 3,4 Prozent. Die EZB rechnet derzeit damit, dass die Gesamtinflation im Euroraum im Jahr 2026 größtenteils leicht unter 2,0 Prozent liegen wird und erst im Laufe des Jahres 2027 wieder steigt. Aufs ganze Jahr betrachtet erwartet die EZB für 2026 eine Inflation von 1,9 Prozent, für 2027 1,8 Prozent. Sie hat damit im Dezember die Inflationsprognose für 2026 leicht (um 0,2 Prozentpunkte) angehoben.
Leitzinsen (Abb. 2): Die EZB hat auch im Dezember ihre Zinsen unverändert gelassen. Die EZB-Leitzinsen betragen zum Redaktionsschluss beim Hauptrefinanzierungssatz 2,15 Prozent, beim Einlagesatz 2,00 Prozent und beim Spitzenrefinanzierungssatz 2,40 Prozent. Der EURIBOR-Zins, zu dem sich Banken untereinander unbesichert Geld leihen, lag jüngst bei 2,02 Prozent und ist damit deutlich niedriger als vor einem Jahr (2,79 Prozent). Die nächste Zinsentscheidung trifft die EZB am 05.02.26.
Wertpapierankaufprogramme(Abb.3): Der Kurs der Wertpapierankaufprogramme bleibt unverändert. Das Quantitative Tightening, also der Abbau der Portfolios durch ausbleibende Reinvestitionen von fällig werdenden Posten, geht weiter. Die Bilanzsumme der EZB beträgt 6.321 Mrd. EUR – das sind 28 Prozent weniger als zum Höchststand im Mai 2022. Davon entfallen 2.322 Mrd. EUR auf das Asset Purchase Programme (APP) (29 Prozent unter dem Höchststand) und 1.423 Mrd. EUR auf das Pandemienotfallankaufprogramm (PEPP) (16 Prozent weniger). Die Bestände an gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTROs) sind inzwischen abgebaut. Die EZB-Bilanz normalisiert sich also weiter.
Einlagen (Abb. 4): Die Mindestreserveeinlagen bewegten sich weiter seitwärts und betrugen zuletzt 170 Mrd. EUR, während die Überschussreserven weiter hoch sind (zuletzt: 2.326 Mrd. EUR.), aber allmählich von den Geschäftsbanken abgebaut werden.
Zinsen – Haushalte (Abb. 5): Die Zinsen für Wohnimmobilienkredite haben sich in den letzten drei Monaten kaum verändert. Sie lagen im Euroraum zuletzt bei 3,3 Prozent. In Deutschland lagen sie zuletzt bei 3,7 Prozent, in Frankreich bei 3,3 Prozent, in Italien bei 2,7 Prozent und in Spanien bei 3,0 Prozent. Die Spannbreite innerhalb des Euroraums betrug zuletzt 1,7 Prozentpunkte.
Zinsen – Unternehmen (Abb. 6): Die Zinsen für Unternehmenskredite blieben relativ konstant; sie lagen zuletzt im Euroraum bei 3,5 Prozent. In Deutschland betrugen sie 3,6 Prozent, in Frankreich 3,5 Prozent, in Italien 3,4 Prozent und in Spanien 3,4 Prozent. Die Spannbreite innerhalb der Eurozone betrug zuletzt 1,9 Prozentpunkte.
Kreditwachstum (Abb. 7): Das Wachstum von Unterneh-menskrediten betrug zuletzt 2,3 Prozent. Die Menge an Wohnimmobilienkrediten wuchs um 2,7 Prozent. Das Kre-ditwachstum hat sich also insgesamt beschleunigt.
Zinsen–Eurostaaten (Abb.8): Die Zinsen für Staatsanleihen der Eurostaaten blieben in den letzten Wochen stabil. 10-jährige Staatsanleihen notierten für Deutschland zuletzt (Stichtag: 13.01.26) bei 2,8 Prozent (vor einem Jahr: 2,5 Prozent), für Frankreich bei 3,5 Prozent (3,4 Prozent), für Italien bei 3,5 Prozent (3,7 Prozent) und für Spanien bei 3,2 Prozent (3,2 Prozent).
Spreads – Eurostaaten (Abb. 9): Die Spreads ggü. Bundesanleihen waren in den letzten drei Monaten tendenziell rückläufig. Der Spread ggü. Frankreich betrug zuletzt 70 Basispunkte (vor einem Jahr: 85), bei Italien 67 BP (116 vor einem Jahr) und bei Spanien 43 BP (68 vor einem Jahr). Die Spreads von Italien und Frankreich liegen inzwischen rund 15 BP über dem für Griechenland.
Wechselkurse (Abb. 10): Der Euro notierte zuletzt bei 1,17 US-Dollar pro Euro und blieb damit in den letzten Wochen weitgehend stabil. Gegenüber dem Pfund notierte er ebenso recht unverändert bei 0,87 Pfund pro Euro. Gegenüber dem Yen gewann der Euro mit jüngst 184 Yen pro Euro insgesamt im Jahr 2025 deutlich an Wert.