Titelbild zum Artikel "Neue Chancen für den deutschen Mittelstand – „Partnering in Business with Germany“ erweitert sein Netzwerk um wachstumsstarke Partnerländer"

© Steffen Goldacker

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) fördert mit dem globalen Außenwirtschaftsprogramm „Partnering in Business with Germany“ gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Markteintritt in neue, teils schwer zugängliche Märkte. Durch maßgeschneiderte, international ausgerichtete Instrumente wie Partnering in Business with Germany wird die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands gestärkt und langfristige Geschäftsbeziehungen werden aufgebaut.

ZIELGRUPPE UND WIRKUNG

Das Programm richtet sich an KMU aller Branchen, die ihre Exportaktivitäten ausbauen wollen. 2025 profitierten bereits 2.350 deutsche Unternehmen von der Unterstützung bei der Geschäftsanbahnung. Zudem werden jedes Jahr rund 1.000 ausländische Führungskräfte auf den Markteintritt in Deutschland vorbereitet. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Regierungen der jeweiligen Partnerländer können die spezifischen Bedürfnisse beider Seiten berücksichtigt werden und es entsteht ein globales Netzwerk international agierender KMU.

JÜNGSTE PARTNERLÄNDER – FOKUS AUF WACHSTUMSMÄRKTE

Seit dem Start im Jahr 1998 ist das Netzwerk auf 22 Partnerländer angewachsen. Die jüngsten Zugänge – Türkei (2024), Brasilien, Kenia, Kolumbien und Indonesien (je 2025) – unterstreichen die strategische Ausrichtung auf Märkte mit hohem Wachstumspotenzial. Gespräche mit Malaysia über einen zeitnahen Programmstart laufen bereits.

Tabelle 1: Handelsvolumina und Schlüsselbranchen Bild vergrößern: Tabelle 1: Handelsvolumina und Schlüsselbranchen

ZIELE UND ERSTE ERGEBNISSE DES BILATERALEN AUSTAUSCHS

Türkei

Mit dem fünftgrößten Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU wurde bereits im September 2024 eine Partnerschaft im Rahmen des „Partnering in Business with Germany“-Programms durch Bundeswirtschaftsminister a.D. Dr. Robert Habeck abgeschlossen. In zwei Delegationsreisen 2025 türkischer Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen (u.a. Maschinen- und Anlagenbau, IT, Kfz, Strom-/ Gasversorgung) wurden sieben Verträge und zwei Absichtserklärungen im Wert von insgesamt 11,6 Mio. Euro unterschrieben (Import: 10,1 Mio. Euro; Export: 1,5 Mio. Euro). Zwei weitere Gruppenreisen 2026 aus der Türkei nach Deutschland stellen die Themen Industry 4.0 und Green Technologies/Circular Economy in den Mittelpunkt.

Brasilien

Im Frühjahr 2026 reisen ausgewählte brasilianische Unternehmen mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz zur Hannover Messe, um Technologiepartner zu finden. Großes Potenzial der traditionell starken Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Brasilien wird insbesondere bei grünen Investitionen sowie in den Bereichen erneuerbare Energien, Bergbau, nachhaltige Landwirtschaft und Infrastruktur gesehen.

Kenia

Im Nachgang zur Onboarding-Reise im Oktober 2025 wird die wirtschaftliche Zusammenarbeit u.a. mit Fokus auf die Branchen Nahrungsmitteltechnologie, Gesundheitswirtschaft, Fertigungsindustrie, IT-Dienstleistungen, Logistik, Infrastrukturtechnik und Bauwesen abgestimmt.

Kolumbien

Eine Pilotgruppe von 16 kolumbianischen Unternehmen überwiegend aus der Lebensmittelbranche besuchte Deutschland im November 2025 und dort u.a. die Messe Agritechnica (Hannover). Der Besuch wurde von beiden Seiten als sehr produktiv gelobt; so wurde bereits ein Vorvertrag unterzeichnet.

Indonesien

Im Juli 2025 startete die Pilotphase mit 21 Unternehmen der indonesischen Nahrungsmittelindustrie; während eines dreiwöchigen Deutschlandaufenthalts sollen Kontakte zu potenziellen Import-, Distributions- und Kooperationspartnern sowie Technologielieferanten geknüpft werden, u. a. auch auf der Grünen Woche und der Internationalen Süßwarenmesse. Von dem im September 2025 abgeschlossenen Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indonesien erhofft man sich einen weiteren Anstieg des Handelsvolumens.

AUSBLICK

Durch die enge Abstimmung zwischen dem BMWE, den jeweiligen Ministerien der Partnerländer und lokalen Durchführungsorganisationen entsteht ein nachhaltiges Netzwerk, das deutschen KMU den strukturierten Markteintritt erleichtert und gleichzeitig den Partnerländern Zugang zu deutschen Technologien und Know-how bietet. Die Evaluation der bisherigen Pilotprojekte bildet die Basis für die nächsten Kooperationsschwerpunkte und garantiert langfristig gewinnbringende Partnerschaften.

FAZIT

Partnering in Business with Germany“ liefert dem deutschen Mittelstand seit über 25 Jahren ein leistungsfähiges Instrument, um in dynamischen Wachstumsmärkten Fuß zu fassen. Die jüngsten Erweiterungen des Partnernetzwerks öffnen neue Türen für Innovation, Investitionen und stabile Handelsbeziehungen – ein entscheidender Baustein für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und eine entschiedene Stärkung deutscher KMU.

KONTAKT & MEHR ZUM THEMA

Referat VB4-PG – Partnering in Business with Germany – das Partnerschaftsprogramm für Unternehmenskooperation

schlaglichter@bmwe.bund.de

https://partnering-in-business.de