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Die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Quartal 2026
Einleitung
IN KÜRZE
Im ersten Quartal 2026 nahm das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu.
Wachstumsimpulse gingen vom Außenhandel sowie vom öffentlichen Konsum und den privaten Ausrüstungsinvestitionen aus. Die Bauinvestitionen waren dagegen rückläufig.
Die Bruttowertschöpfung blieb bei einem preis-, kalender- und saisonbereinigten Plus von 0,1 Prozent in etwa konstant. Dem Rückgang im Baugewerbe und der schwachen Entwicklung im Dienstleistungsbereich standen Zuwächse im Energiesektor und im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber.
Am 22. Mai hat das Statistische Bundesamt detaillierte Ergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach setzte das BIP seine Erholung zu Jahresbeginn fort mit einem preis-, kalender- und saisonbereinigten Zuwachs von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vorjahresvergleich ergibt sich ein preisbereinigter BIP-Zuwachs von 0,5 Prozent. Damit bestätigte das Statistische Bundesamt seine Schnellmeldung vom 30. April.
VERARBEITENDES GEWERBE UND ENERGIE STÜTZTEN BRUTTOWERTSCHÖPFUNG
Auf der Entstehungsseite der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) stagnierte die Bruttowertschöpfung mit einem preis-, kalender- und saisonbereinigten Plus von 0,1 Prozent.
Das Verarbeitende Gewerbe konnte seine Wertschöpfung um 0,7 Prozent steigern. Dazu beigetragen haben dürften öffentliche Aufträge im Verteidigungsbereich. Insgesamt blieb die Industriekonjunktur jedoch verhalten, weil die Auslandsnachfrage – trotz einer leichten Belebung vor Ausbruch des Irankrieges– von geopolitischen Unsicherheiten und zunehmendem Konkurrenzdruck auf den Weltmärkten gedämpft wird.
Neben der Industrie stützte der Energiesektor mit einer Steigerung von 1,7 Prozent die Wertschöpfung. Demgegenüber ging die Ausbringung im Baugewerbe vor dem Hintergrund ungünstiger Witterungsverhältnisse zu Jahresbeginn um 0,6 Prozent zurück.
Die Dienstleistungsbereiche entwickelten sich ebenfalls größtenteils schwach: Einen deutlichen Zuwachs wiesen nur Finanz- und Versicherungsdienstleister auf (+1,2 Prozent). Die Bereiche Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+0,1 Prozent), Information und Kommunikation (+0,1 Prozent) sowie Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+0,0 Prozent) stagnierten weitgehend, ebenso wie Unternehmensdienstleistungen (-0,1 Prozent) und sonstige Dienstleister (-0,2 Prozent).
EXPORTE UND STAATLICHER VERBRAUCH LEGTEN ZU
Verwendungsseitig stammte das BIP-Wachstum von 0,3 Prozent zum Großteil vom Außenbeitrag. Rückenwind für die Exporte kam vor Ausbruch des Irankrieges von einer robusten Weltkonjunktur und einer Stabilisierung im Geschäft mit den USA nach den Zollanhebungen. Folglich konnten die Exporte um 3,3 Prozent zulegen. Bei einer Stagnation der Importe mit +0,1 Prozent fiel der rechnerische Impuls des Außenbeitrags als Differenz von Exporten minus Importen mit +1,3 Prozentpunkten deutlich positiv aus.
Binnenwirtschaftlich trug vor allem der staatliche Konsum mit einem Anstieg um 1,1 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Hinter dieser Entwicklung standen hohe Zuwächse bei sozialen Sachleistungen, Arbeitnehmerentgelten und Vorleistungen, zu denen zum Teil auch Militärausgaben zählen.
Dagegen stagnierte der private Verbrauch (0,0 Prozent) trotz der weiter positiven Realeinkommensentwicklung. Verantwortlich dafür dürften die schwierigere Arbeitsmarktsituation, steigende Verbraucherpreise und geopolitische Unsicherheiten sein.
Die Investitionstätigkeit fiel ebenfalls verhalten aus: Die Bauinvestitionen wurden von ungünstigen Witterungsverhältnissen zu Jahresbeginn gebremst und gingen um 2,5 Prozent zurück. Die Ausrüstungsinvestitionen in Maschinen und Anlagen waren insgesamt ebenfalls rückläufig (-1,2 Prozent). Allerdings schlug sich hier der Rückpralleffekt der staatlichen Investitionen nach einem starken Schlussquartal 2025 nieder (-20,2 Prozent). Die privaten Ausrüstungsinvestitionen konnten dagegen bei schwachem Ausgangsniveau vom erstarkenden Exportgeschäft profitieren (+3,3 Prozent). Insgesamt nahmen die Bruttoanlageinvestitionen jedoch um 1,5 Prozent ab. Deutlich dämpfend für die Wirtschaftsleistung wirkte sich auch ein negativer Impuls aus der Vorratsveränderung aus (-0,9 Prozentpunkte).
DEMOGRAPHISCHE UND KONJUNKTURELLE BREMSSPUREN AUF DEM ARBEITSMARKT
Die geopolitischen Unwägbarkeiten und die Demographie belasten zunehmend die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen ging im Vorquartalsvergleich saisonbereinigt zum dritten Mal in Folge leicht zurück (-0,1 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresquartal waren etwa 157 Tausend Personen weniger erwerbstätig. Im Dienstleistungssektor wurden weitere Stellen geschaffen (+45 Tausend), während Personal im Produzierenden Gewerbe (-171 Tausend) und im Baugewerbe (-27 Tausend) abgebaut werden musste.
Die Erwerbstätigen steigerten nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ihre durchschnittlichen Arbeitsstunden im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,3 Prozent. Aufgrund der verringerten Zahl erwerbstätiger Personen blieb das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen im gleichen Zeitraum in etwa unverändert. Die Arbeitnehmerentgelte (Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen und Sozialbeiträgen der Arbeitgeber) stiegen um 3,9 Prozent. Damit schwächte sich das Lohnwachstum im Vergleich zu den vorherigen Quartalen erneut etwas ab. Für das dennoch deutliche Plus haben unter anderem die Entwicklung der Sonderzahlungen, zu denen auch Abfindungen zählen, sowie gestiegene Sozialbeiträge der Arbeitgeber gesorgt. Die Bruttolöhne und -gehälter legten mit +4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht stärker zu als die Nettolohnsumme (+3,9 Prozent). Je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer erhöhten sich die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter um 4,2 Prozent. Der Anstieg der durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter fällt mit +3,9 Prozent erneut etwas geringer aus. Verantwortlich dafür sind die Anhebung der Sozialversicherungsbeitragssätze der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Abzüge bei der Lohnsteuer.
Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nahmen mit einem Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal weniger stark zu als das Arbeitnehmerentgelt. Da sich der private Konsum in jeweiligen Preisen mit einem Plus von 3,3 Prozent im Vorjahresvergleich im gleichen Maße entwickelte wie das gesamtwirtschaftliche Einkommen (+3,3 Prozent), befand sich die Sparquote mit 12,6 Prozent auf demselben Niveau wie im Vorjahr.