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BIP Nowcast für das zweite und dritte Quartal 2026
Einleitung
IN KÜRZE
Der Nowcast für die saison- und kalenderbereinigte Veränderungsrate des preisbereinigten BIP beträgt +1,0 Prozent für das zweite Quartal 2026 und +0,4 Prozent für das dritte Quartal (Stand: 13. Juli 2026).1
Das Prognosemodell des Nowcast schätzt für das zweite Quartal 2026 aktuell einen preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von +1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Nowcast liefert eine täglich aktualisierte, rein technische, zeitreihenanalytische Prognose der Wirtschaftsleistung auf Basis jüngster Konjunkturdaten. Dazu gehören sowohl „harte“ Indikatoren aus der amtlichen Statistik (z. B. Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe) als auch „weiche“ Zahlen aus Umfrageergebnissen (z. B. ifo Geschäftsklima). Die Prognosen sind unabhängig von der Einschätzung der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Am 30. Juli 2026 veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Schnellschätzung für das BIP-Ergebnis im zweiten Quartal.
Seit seinem Tiefpunkt von -1,0 Prozent Anfang Mai ist der Nowcast für das zweite Quartal auf zuletzt 1,0 Prozent gestiegen. Nach einem Ausgangswert von +0,3 Prozent Anfang Januar kletterte der Schätzwert bis Mitte März zunächst auf 0,5 Prozent. Eingetrübte Stimmungsindikatoren angesichts des Kriegs im Iran und der deutlich erhöhten Energie- und Rohstoffpreise führten anschließend zu einer Korrektur auf bis zu -1,0 Prozent. Seit Anfang Mai verbesserte sich der Nowcast kontinuierlich. Bis Mitte Juni stieg er infolge günstigerer Meldungen zu Auftragseingängen, Beschäftigung und Industrieumsätzen wieder auf +0,6 Prozent. In der zweiten Junihälfte sorgten ein höheres Verbrauchervertrauen im Euroraum, sowie günstigere Außenhandels- und Produktionsdaten im Berichtsmonat April für weitere Aufwärtsrevisionen. Anfang Juli erhöhten positive Meldungen zum Produktionsvolumen in Deutschland im Berichtsmonat Mai den Nowcast auf +1,0 Prozent.
Für das dritte Quartal signalisiert der Nowcast aktuell einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um +0,4 Prozent. Bis Ende Mai bewegte sich der Schätzwert überwiegend zwischen +0,5 und +0,6 Prozent, bevor er Mitte Juni infolge steigender Erstanträge bei der US-Arbeitslosenversicherung sowie einer verschlechterten Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests auf +0,2 Prozent fiel. Bis zum 26. Juni stieg der Nowcast wieder auf +0,5 Prozent. Maßgeblich hierfür waren vor dem Hintergrund des Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran ein verbessertes Verbrauchervertrauen und die Stabilisierung des Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungsbereich im Euroraum, sowie das aufgehellte ifo Geschäftsklima in Deutschland. Zuletzt führten enttäuschende Meldungen zum Geschäftsklima im Euroraum und zur Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen zu einer leichten Abwärtskorrektur auf +0,4 Prozent.
Das Modell zur Prognose des deutschen Bruttoinlandsprodukts wird von Now-Casting Economics Ltd. betrieben. Der hier veröffentlichte Nowcast ist eine rein technische, modellbasierte Prognose. Die Schätzungen sind mit einer hohen statistischen Unsicherheit behaftet, die mit Modellprognosen immer einhergeht. Es handelt sich bei dem Nowcast weder um die Prognose des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie noch um die offizielle Projektion der Bundesregierung.
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1Für nähere Erläuterungen zur Methode, den verwendeten Daten und der Interpretation des Modells siehe Senftleben und Strohsal (2019): „Nowcasting: Ein Echtzeit-Indikator für die Konjunkturanalyse“, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Juli 2019, Seite 12-15, und Andreini, Hasenzagl, Reichlin, Senftleben und Strohsal (2020) „NowcastingGerman GDP“, CEPR DP14323.