IN KÜRZE

Im Spätsommer 2026 zeigt sich die Weltwirtschaft trotz erheblicher geopolitischer Belastungen insgesamt widerstandsfähig. Investitionen in Künstliche Intelligenz und digitale Technologien stützen die Konjunktur, während der Nahostkonflikt, höhere Energiepreise und die zunehmende geoökonomische Fragmentierung Welthandel und Wachstumsaussichten belasten. IWF, OECD und Weltbank erwarten weiterhin ein moderates globales Wachstum, sehen die Risiken jedoch überwiegend auf der Abwärtsseite. Die größten Risiken für den weiteren Konjunkturverlauf liegen in einer Ausweitung geopolitischer Konflikte, anhaltend hohen Energiepreisen und einer weiteren Fragmentierung des Welthandels. Umgekehrt könnten eine Entspannung an den Energiemärkten, die raschere Verbreitung produktivitätssteigernder Technologien und Fortschritte beim Abbau handelspolitischer Spannungen zu einer günstigeren Entwicklung beitragen.

I. Allgemeine Entwicklungen, jüngste Projektionen und Szenarien

Ausgangslage

Die Weltwirtschaft entwickelte sich zu Beginn des Jahres 2026 robuster als vielfach erwartet. Eine nachlassende Inflationsdynamik, widerstandsfähige Arbeitsmärkte und eine anhaltend hohe Investitionstätigkeit stützten die globale Konjunktur. Zusätzliche Wachstumsimpulse gingen insbesondere von Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz aus. Mit der Eskalation des Nahostkonflikts Ende Februar 2026 verschlechterten sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch spürbar. Abbildung 1 verdeutlicht den sprunghaften Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise.

Abbildung 1: Entwicklung ausgewählter Rohstoffpreise Bild vergrößern: Abbildung 1: Entwicklung ausgewählter Rohstoffpreise

Zudem belasten Beeinträchtigungen wichtiger Schifffahrtsrouten sowie die zunehmende geopolitische Unsicherheit Produktion, Investitionen und Welthandel. In ihren aktuellen Prognosen aus dem Juli und Juni verorten IWF, OECD und Weltbank hierin den wesentlichen Grund für die Eintrübung der Wachstumsaussichten seit Jahresbeginn.

Gleichzeitig weisen die drei Organisationen darauf hin, dass die Weltwirtschaft heute widerstandsfähiger auf externe Schocks reagiert als während früherer Energiekrisen. Fortschritte bei der Energieeffizienz, eine breitere Diversifizierung der Energieversorgung sowie robustere internationale Lieferketten begrenzen die wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Energiepreise. Hinzu kommt die anhaltend hohe Investitionstätigkeit in technologieintensiven Branchen, die einen Teil der konjunkturellen Belastungen ausgleicht. Die wirtschaftliche Entwicklung wird insgesamt durch höhere Energiekosten zwar spürbar gedämpft, ein weltweiter Konjunktureinbruch wird jedoch nicht erwartet.

Projektionen

Die internationalen Organisationen haben ihre Wachstumserwartungen infolge der Eskalation des Nahostkonflikts gegenüber den letzten, bereits nach unten revidierten Projektionen aus dem Frühjahr (IWF: April, OECD: Februar, Weltbank: Dezember) für das Jahr 2026 nochmals leicht nach unten angepasst. Gleichwohl gehen sie weiterhin davon aus, dass die Weltwirtschaft ihren Kurs einer verlangsamten, aber weiterhin positiven Entwicklung fortsetzt. Der Internationale Währungsfonds erwartet für die Weltwirtschaft 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 3,0 bzw. 3,4 Prozent, die OECD prognostiziert 2,8 und 3,1 Prozent. Die Weltbank kommt aufgrund der abweichenden Aggregationsmethode über Marktwechselkurse (statt Kaufkraftparitäten) stets auf niedrigere Werte und geht von 2,5 bzw. 2,8 Prozent aus.

Für die entwickelten Volkswirtschaften rechnen die internationalen Organisationen mit einer moderaten Abschwächung des Wachstums. Der IWF erwartet für diese Ländergruppe 2026 bzw. 2027 Wachstumsraten von 1,7 bzw. 1,8 Prozent, die Weltbank von 1,5 bzw. 1,8 Prozent. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer bleiben die Wachstumsperspektiven insgesamt günstiger. Der IWF prognostiziert für 2026 und 2027 Wachstumsraten von 3,8 bzw. 3,5 Prozent, die Weltbank von 3,6 bzw. 4,2 Prozent. Für beide Ländergruppen und Prognosen entspricht dies einer leichten Abwärtskorrektur für dieses und einer leichten Aufwärtskorrektur für nächstes Jahr. Eine vollständige Übersicht der Projektionen für Regionen und Schwerpunktländer enthält die Projektionstabelle im Anhang.

Abwärtsrevisionen gegenüber den vorherigen Prognosen spiegeln vor allem die Folgen des Energiepreisschocks wider. Höhere Energie- und Rohstoffpreise, steigende Transportkosten sowie die erhöhte geopolitische Unsicherheit belasten Produktion, Investitionen und Welthandel. Zugleich weisen alle drei Organisationen darauf hin, dass die negativen Auswirkungen geringer ausfallen als während früherer Energiekrisen. Maßgeblich hierfür seien die gesunkene Energieintensität vieler Volkswirtschaften, Fortschritte bei der Diversifizierung der Energieversorgung sowie die höhere Anpassungsfähigkeit internationaler Lieferketten. Diese strukturellen Veränderungen tragen dazu bei, dass die Ab-wärtsrevisionen der Wachstumsprognosen insgesamt moderat bleiben.

Dabei betonen alle drei Organisationen die Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf deutlich stärker als in früheren Prognoserunden. Zwar lassen die Wachstumsprojektionen unter der Annahme einer schrittweisen Stabilisierung der geopolitischen Lage weiterhin eine Expansion der Weltwirtschaft erwarten. Ausmaß und Dauer der konjunkturellen Abschwächung hängen jedoch maßgeblich von der Entwicklung der Energie- und Rohstoffmärkte sowie möglichen zusätzlichen Störungen internationaler Handels- und Transportwege ab. Die Projektionen sind daher in besonderem Maße von den zugrunde gelegten Annahmen über den weiteren Verlauf der geopolitischen Spannungen abhängig. Von zentraler Bedeutung ist dabei, in welchem Umfang sich der erneute Energiepreisschock auf die Inflation überträgt und welche Folgen sich hieraus für Geldpolitik, Finanzierungskosten sowie Konsum- und Investitionsentscheidungen ergeben.

Inflation, Geldpolitik und makroökonomische Übertragungsmechanismen

Höhere Energiepreise erhöhen unmittelbar die Produktions-und Transportkosten und schlagen in der Folge auf die Verbraucherpreise durch. Unternehmen und private Haushalte werden mit steigenden Kosten konfrontiert, wodurch Investitions- und Konsumentscheidungen beeinflusst werden. Der Energiepreisschock wirkt damit sowohl auf die Angebots- als auch auf die Nachfrageseite der Weltwirtschaft.

Nachdem sich die Inflationsraten seit 2024 in zahlreichen Volkswirtschaften schrittweise den Zielwerten der Zentralbanken angenähert hatten, erwarten die internationalen Organisationen nun eine (vorübergehende) Unterbrechung dieses Disinflationsprozesses. Der IWF prognostiziert für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften 2026 bzw. 2027 eine Verbraucherpreisinflation von 3,0 bzw. 2,4 Prozent. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer werden 5,8 bzw. 4,8 Prozent erwartet. Die OECD rechnet für ihre Mitgliedstaaten mit Inflationsraten von 4,3 bzw. 3,0 Prozent. Gegenüber den Frühjahrsprojektionen wurden die Inflationsaussichten damit leicht nach oben angepasst. Der jüngste Anstieg der Verbraucherpreise ist vor allem auf höhere Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen und betrifft zunächst die Gesamtinflation. Die Kerninflation entwickelt sich in vielen Volkswirtschaften dagegen weiterhin vergleichsweise stabil. Nach Einschätzung von IWF und OECD spricht dies dafür, dass der Energiepreisschock bislang nur begrenzt auf andere Güter- und Dienstleistungspreise übergegriffen hat. Hinweise auf eine breit angelegte, sich selbst verstärkende Inflationsspirale ergeben sich aus den aktuellen Projektionen nicht.

Gleichwohl verändert der erneute Preisauftrieb die Rahmenbedingungen für die Geldpolitik. Solange nicht feststeht, ob der Anstieg der Energiepreise vorübergehender Natur bleibt oder sich auf weitere Preisbereiche ausweitet, dürfte der Spielraum vieler Zentralbanken für eine rasche Lockerung der Geldpolitik begrenzt bleiben. IWF und OECD betonen deshalb die Notwendigkeit eines datenabhängigen Vorgehens. Geldpolitische Entscheidungen sollten sich an der tatsächlichen Inflationsentwicklung orientieren und zugleich den unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Volkswirtschaften Rechnung tragen. Eine einheitliche geldpolitische Reaktion wird von den internationalen Organisationen nicht empfohlen.

Auch die Finanzmärkte reagieren sensibel auf geopolitische Schocks. IWF, OECD und Weltbank weisen darauf hin, dass Phasen erhöhter Unsicherheit regelmäßig mit einer höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer, stärkeren Schwankungen an Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkten sowie einer Umschichtung in als sicher geltende Anlageformen einhergehen. Gleichzeitig können steigende Risikoaufschläge die Finanzierungskosten von Unternehmen und Staaten erhöhen. Besonders betroffen sind Schwellen- und Entwicklungsländer mit hohem Refinanzierungsbedarf oder einer hohen Auslandsverschuldung. Die internationalen Organisationen sehen hierin einen zusätzlichen Mechanismus, über den geopolitische Spannungen Investitionen, Kapitalflüsse und wirtschaftliches Wachstum beeinträchtigen können.

Die weniger expansive geldpolitische Ausrichtung wirkt sich unmittelbar auf die Finanzierungsbedingungen aus. Höhere oder länger anhaltend erhöhte Zinsen verteuern Unternehmensinvestitionen und private Anschaffungen. Besonders betroffen sind kapitalintensive Investitionen, der Wohnungsbau sowie Unternehmen mit hohem Fremdfinanzierungsbedarf. Gleichzeitig schwächen höhere Energiepreise die Kaufkraft privater Haushalte und können die Konsumnachfrage dämpfen. Die internationalen Organi-sationen sehen in diesem Zusammenspiel aus höheren Kosten, gedämpfter Nachfrage und restriktiveren Finanzierungsbedingungen einen wesentlichen Grund für die gegenüber den Frühjahrsprojektionen geringeren Wachstumsaussichten.

Auch der gestiegenen Unsicherheit attestieren die Organisationen eine eigenständige makroökonomische Bedeutung. Hierzu zählen insbesondere Unsicherheiten über die künftige Handels- und Zollpolitik, mögliche Exportkontrollen, regulatorische Eingriffe sowie wirtschaftspolitische Reaktionen auf geopolitische Konflikte. Bereits die Erwartung weiterer geopolitischer Spannungen oder erneuter Energiepreisschocks kann Investitionsentscheidungen verzögern, Risikoprämien erhöhen und Unternehmen zu einer vorsichtigeren Produktionsplanung und Lagerhaltung. veranlassen. Unsicherheit wirkt damit selbst dann dämpfend auf die wirtschaftliche Entwicklung, wenn sich die Energiepreise nicht weiter erhöhen. Sie stellt daher einen zentralen Übertragungskanal geopolitischer Krisen auf die Weltwirtschaft dar.

Insgesamt gelangen IWF, OECD und Weltbank zu einer differenzierten Einschätzung. Der Energiepreisschock unterbricht den Disinflationsprozess und erhöht die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs. Gleichzeitig sprechen die bislang stabile Kerninflation sowie die verbesserte Anpassungsfähigkeit vieler Volkswirtschaften gegen eine Wiederholung der Inflationsdynamik früherer Energiekrisen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden daher zwar als spürbar, im Rahmen der aktuellen Projektionen jedoch als beherrschbar eingeschätzt.

Welthandel und internationale Wertschöpfungsketten

Der internationale Warenhandel bleibt trotz zunehmender geopolitischer Spannungen ein wesentlicher Wachstumsträger der Weltwirtschaft. Nach Einschätzung von IWF, OECD und Weltbank verliert der Welthandel infolge des Nahostkonflikts zwar an Dynamik, ein weltweiter Einbruch der Handelsströme wird jedoch nicht erwartet. Vielmehr gehen die internationalen Organisationen davon aus, dass sich das Wachstum des Welthandels gegenüber den Vorjahren verlangsamt und sich zugleich seine regionale und sektorale Struktur verändert.

Zu den wichtigsten Belastungsfaktoren zählen gestiegene Energie- und Transportkosten sowie Beeinträchtigungen zentraler Schifffahrtsrouten. Die Eskalation des Nahostkonflikts hat die Unsicherheit über die Versorgung mit Energierohstoffen erhöht und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt. Höhere Frachtraten, steigende Versicherungskosten und längere Transportzeiten belasten internationale Lieferketten und verteuern grenzüberschreitende Produktionsprozesse. Besonders betroffen sind Branchen mit komplexen internationalen Wertschöpfungsketten und einer hohen Abhängigkeit von zeitkritischen Vorleistungen.

Gleichzeitig scheinen Unternehmen und Volkswirtschaften heute deutlich besser auf vergleichbare Störungen vorbereitet zu sein als während der COVID-19-Pandemie oder der Energiekrise 2022/23. Der Lieferkettenstress-Index deutet auf ein Nachlassen der Anspannung hin.

Abbildung 1: Inflation im Euroraum Bild vergrößern: Abbildung 1: Inflation im Euroraum

Viele Unternehmen haben ihre Lieferantenbasis verbreitert, Lagerbestände erhöht und ihre Beschaffungsstrategien diversifiziert. Zudem gewinnen Produktionsverlagerungen in politisch verlässliche oder geografisch näher gelegene Staaten („Nearshoring“) an Bedeutung. Diese Anpassungen erhöhen die Versorgungssicherheit und verringern die Abhängigkeit von einzelnen Transportwegen oder Lieferländern, gehen jedoch häufig mit höheren Produktions-und Logistikkosten einher.

Neben der Anpassung internationaler Lieferketten verweist insbesondere die OECD auf einen weiteren stabilisierenden Faktor: Nachdem handelspolitische und allgemeine Unsicherheit in den vergangenen Jahren zeitweise erheblich zugenommen hatten, hat sich die Unsicherheit in beiden Dimensionen zuletzt wieder verringert.

Abbildung 3: Handelspolitische und allgemeine Unsicherheit Bild vergrößern: Abbildung 3: Handelspolitische und allgemeine Unsicherheit

Zudem gewinnt der technologische Strukturwandel im Welthandel an Bedeutung. Während sich der Handel in einzelnen energieintensiven Industriezweigen abschwächt, entwickeln sich technologiebezogene Handelsströme dynamisch. Investitionen in Halbleiterproduktion, Rechenzentren, Künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur erhöhen die Nachfrage nach hochwertigen Investitionsgütern und tragen zur Stabilisierung des Welthandels bei, wovon insbesondere Volkswirtschaften mit starker Einbindung in technologieintensive Wertschöpfungsketten profitieren. Der Strukturwandel des Welthandels trägt somit dazu bei, die negativen Auswirkungen geopolitischer Spannungen abzufedern.

Langfristig messen IWF, OECD und Weltbank der zunehmenden geoökonomischen Fragmentierung erhebliche Bedeutung bei. Handelshemmnisse, Exportkontrollen sowie geopolitisch motivierte Investitions- und Beschaffungsent-scheidungen verändern die internationale Arbeitsteilung schrittweise. Während diese Entwicklung aus Sicht einzelner Staaten die wirtschaftliche Resilienz erhöhen kann, weisen die Organisationen zugleich darauf hin, dass eine weitergehende Fragmentierung mit geringeren Produktivitätsgewinnen, höheren Kosten und einer Abschwächung des langfristigen Wachstumspotenzials verbunden wäre.

Insgesamt zeigt sich, dass der Welthandel gegenwärtig weniger durch einen allgemeinen Rückgang des Volumenwachstums als vielmehr durch einen strukturellen Anpas-sungsprozess geprägt wird. Die stärkere Diversifizierung von Lieferketten, der Ausbau regionaler Produktionsnetzwerke und die wachsende Bedeutung technologieintensiver Han-delsströme verändern die internationale Arbeitsteilung dauerhaft. Diese Entwicklungen wirken sich regional unterschiedlich aus und tragen dazu bei, dass sich die wirtschaftlichen Perspektiven der einzelnen Weltregionen differenziert entwickeln (siehe Abschnitt II).

Abbildung 4: KI-bezogene Aktivität stützt den Welthandel Bild vergrößern: Abbildung 4: KI-bezogene Aktivität stützt den Welthandel

Risiken, Chancen, Szenarien und Implikationen

Den aktuellen Projektionen von IWF, OECD und Weltbank liegen Annahmen zugrunde, wonach sich die gegenwärtigen geopolitischen Spannungen im Prognosezeitraum nicht wesentlich verschärfen und sich die internationalen Energie- und Rohstoffmärkte schrittweise stabilisieren. Zugleich weisen alle drei Organisationen darauf hin, dass die wirt-schaftlichen Perspektiven in besonderem Maße von der weiteren Entwicklung des Nahostkonflikts sowie den daraus resultierenden Auswirkungen auf Energiepreise, Transportwege und internationale Finanzmärkte abhängen.

Als bedeutendstes Abwärtsrisiko wird übereinstimmend eine weitere Eskalation des Konflikts im Nahen Osten angesehen. Ein länger anhaltender Anstieg der Energiepreise oder zusätzliche Beeinträchtigungen zentraler Schifffahrtsrouten könnten die Inflation erneut erhöhen, die Kaufkraft privater Haushalte schwächen und Investitionen sowie Welthandel stärker belasten als derzeit erwartet.

Zudem verweisen die Organisationen auf die Gefahr einer zunehmenden geoökonomischen Fragmentierung. Handelshemmnisse, Exportkontrollen und geopolitisch motivierte Investitionsentscheidungen könnten das langfristige Wachstumspotenzial der Weltwirtschaft beeinträchtigen.

Neben diesen Abwärtsrisiken identifizieren die internationalen Organisationen jedoch auch Faktoren, die eine günstigere Entwicklung bedingen könnten. Hierzu zählen insbesondere eine raschere Stabilisierung der Energie- und Rohstoffmärkte, eine schnellere Normalisierung internationaler Transportwege sowie eine anhaltend hohe Investitionstätigkeit in Digitalisierung, Halbleitertechnologien und Künstliche Intelligenz. Weitere Fortschritte bei der Diversifizierung der Energieversorgung und der Stärkung internationaler Lieferketten könnten die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft zusätzlich erhöhen und die wirtschaftlichen Folgen geopolitischer Schocks begrenzen.

Auch bei den wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen liegen die Organisationen nahe beieinander: Die Geldpolitik sollte weiterhin auf die Sicherung der Preisstabilität ausgerichtet bleiben und zugleich flexibel auf neue wirtschaftliche Entwicklungen reagieren. Die Fiskalpolitik sollte vorhandene Handlungsspielräume bewahren und Unterstützungsmaßnahmen möglichst zielgerichtet ausgestalten, um zusätzliche Inflationsimpulse zu vermeiden. Darüber hinaus betonen alle drei Institutionen die Bedeutung produktivitätssteigernder Investitionen, insbesondere in Digitalisierung, Innovation, Energieinfrastruktur und Humankapital. Ebenso wird die Aufrechterhaltung offener und regelbasierter Handelsbeziehungen als wesentliche Voraussetzung für nachhaltiges globales Wachstum hervorgehoben.

Insgesamt gelangen IWF, OECD und Weltbank zu einer be-merkenswert konsistenten Lageeinschätzung: Der Nahost-konflikt und der daraus resultierende Energiepreisschock haben die Wachstumsaussichten eingetrübt und den Disinflationsprozess verlangsamt. Gleichzeitig verfügt die Weltwirtschaft heute über deutlich bessere Anpassungs-mechanismen als während früherer Energiekrisen. Eine geringere Energieintensität der Produktion, widerstands-fähigere Lieferketten sowie anhaltende Investitionen in Zukunftstechnologien begrenzen die wirtschaftlichen Aus-wirkungen externer Schocks. Ob sich diese Resilienz auch in den kommenden Jahren bestätigt, wird maßgeblich von der weiteren geopolitischen Entwicklung, der Stabilität der Energie- und Rohstoffmärkte sowie der Fähigkeit der Volks-wirtschaften abhängen, ihre Produktivität und Innovations-kraft weiter zu stärken.

Die globalen Projektionen verdecken allerdings erhebliche regionale Unterschiede. Während einzelne Volkswirtschaften von höheren Rohstoffpreisen oder ihrer Einbindung in technologieintensive Wertschöpfungsketten profitieren, sehen sich andere mit steigenden Importkosten, einer schwächeren Exportnachfrage oder eingeschränkten finanzpolitischen Handlungsspielräumen konfrontiert. Im Folgenden werden die wirtschaftlichen Perspektiven der wichtigsten Weltregionen und ausgewählter Schwerpunktländer dargestellt.

II. Regionale Entwicklungen

Die Vereinigten Staaten bleiben wichtiger Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Der IWF erwartet ein Wachstum von 2,3 Prozent im Jahr 2026 und 2,2 Prozent im Jahr 2027, während die OECD mit 2,0 Prozent bzw. 1,8 Prozent etwas vorsichtiger ist. Die Weltbank prognostiziert 2,2 Prozent für 2026 und 2,1 Prozent für 2027. Gegenüber den letzten Prognosen haben alle drei Institutionen ihre Wachstumserwartungen für 2026 unverändert gelassen und für 2027 leicht angehoben. Der IWF verweist auf die weiterhin robuste wirtschaftliche Entwicklung, während die OECD zugleich die dämpfenden Wirkungen höherer Energiepreise und einer restriktiveren Fiskalpolitik hervorhebt. Technologie- und Infrastrukturinvestitionen gelten als Stützen der Konjunktur, während restriktive Finanzierungsbedingungen und eine erhöhte wirtschaftspolitische Unsicherheit die Wachstumsdynamik begrenzen. Aufwärtsrisiken ergeben sich aus einer stärkeren Investitionsdynamik im Technologiesektor, Abwärtsrisiken vor allem aus einer weiteren Eskalation geopolitischer Konflikte und einer möglichen Korrektur der hohen Bewertungen im Technologiesektor.

Kanadas Wirtschaft profitiert weiterhin von der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit den Vereinigten Staaten sowie von ihrer starken Rohstoffbasis. Der IWF erwartet Wachstumsraten von 1,1 Prozent im Jahr 2026 und 1,7 Prozent im Jahr 2027, die OECD prognostiziert 1,2 Prozent bzw. 1,7 Prozent. Während der IWF seine Erwartungen gegenüber der April-Prognose nach unten angepasst hat, bestätigt die OECD ihre letzten Projektionen, womit beide Institutionen inzwischen zu einer weitgehend übereinstimmenden Einschätzung gelangen. Höhere Energiepreise stützen die Exporterlöse, zugleich belasten hohe Finanzierungskosten und eine verhaltene Investitionstätigkeit die Binnennachfrage. Zu den wichtigsten Abwärtsrisiken zählen eine Abschwächung der US-Konjunktur sowie erneute Spannungen auf den internationalen Rohstoffmärkten.

Im Euroraum dürfte sich die wirtschaftliche Erholung 2026 verhalten fortsetzen. Der IWF erwartet für 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 0,9 bzw. 1,2 Prozent, was ggü. der April-prognose für 2026 einer leichten Absenkung entspricht, während die OECD mit 0,8 bzw. 1,2 Prozent geringfügig vorsichtiger ist und damit ihre Einschätzung aus dem März beibehält. Beide Institutionen führen die moderate Erholung auf steigende Realeinkommen und eine allmähliche Belebung des privaten Konsums zurück. Gleichzeitig dämpfen höhere Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die schwache Industrieproduktion das Wachstum.

Innerhalb des Euroraums gilt Deutschland aufgrund seiner Industrie- und Exportorientierung als besonders anfällig für die schwache Weltkonjunktur und steigende Energiepreise. Der IWF erwartet für 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 0,7 bzw. 1,0 Prozent, die OECD geht von 0,7 bzw. 1,1 Prozent aus. Gegenüber den letzten Prognosen impliziert dies für dieses Jahr leichte und für nächstes Jahr deutlichere Abwärtskorrekturen. Auch Frankreich dürfte dem IWF zufolge mit 0,6 bzw. 0,9 Prozent in 2026 und 2027 nur moderat wachsen, sehr ähnlich geht die OECD von 0,7 Prozent bzw. 0,8 Prozent aus – gegenüber den letzten Prognosen dominieren leichte Abwärtsrevisionen. Italien bleibt mit jeweils 0,5 Prozent (IWF) bzw. 0,5 und 0,6 Prozent (OECD) für dieses und nächstes Jahr das Schlusslicht unter den großen Volkswirtschaften des Euroraums. Diese Einschätzungen sind gegenüber früheren Prognosen nahezu unverändert; das strukturell niedrige Wachstum in Italien ist u. a. durch die hohe Staatsverschuldung und geringe Produktivitätszuwächse begründet. Spanien entwickelt sich dagegen erneut am dynamischsten und dürfte nach gegenüber April unveränderter Einschätzung des IWF 2026 bzw. 2027 um 2,1 bzw. 1,8 Prozent wachsen, was nahezu deckungsgleich mit der für 2026 gegenüber März marginal angehoben Erwartung der OECD ist, die von 2,2 Prozent und 1,7 Prozent ausgeht. Für den Euroraum insgesamt ergeben sich Aufwärtsrisiken aus einer rascheren Erholung des Welthandels und sinkenden Energiepreisen. Zu den größten Abwärtsrisiken zählen eine weitere Eskalation geopolitischer Konflikte, anhaltend hohe Energiepreise sowie eine schwächere globale Nachfrage.

Im Vereinigten Königreich dürfte sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzen. Der private Konsum profitiert von steigenden Realeinkommen, während Investitionen und Produktivitätswachstum weiterhin hinter den historischen Durchschnittswerten zurückbleiben. Der IWF prognostiziert für 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 1,0 bzw. 1,3 Prozent, die OECD erwartet 0,9 bzw. 1,1 Prozent. Gegenüber den vorherigen Prognosen haben IWF und OECD ihre Erwartungen für 2026 leicht angehoben; für 2027 hat der IWF seine Prognose bestätigt, während die OECD sie geringfügig nach unten angepasst hat. Während sinkende Inflationsraten und eine allmähliche Lockerung der Geldpolitik die Binnennachfrage stützen, belasten hohe Finanzierungskosten und die schwache Produktivitätsentwicklung das Wachstum. Chancen werden in einer stärkeren Investitionstätigkeit und einer Belebung des Außenhandels gesehen. Zu den größten Risiken zählen ein erneuter Anstieg der Inflation infolge höherer Energiepreise sowie eine schwächere internationale Konjunktur.

In Russland dürfte sich das vergleichsweise kräftige Wachstum der Vorjahre deutlich abschwächen. Der IWF erwartet für 2026 und 2027 jeweils Wachstumsraten von 1,1 Prozent, während die Weltbank von 0,8 Prozent und 0,7 Prozent ausgeht. Beide Institutionen sehen eine nachlassende Wachstumsdynamik infolge einer restriktiven Geldpolitik, geringerer fiskalischer Impulse und einer schwächeren Binnennachfrage. Höhere Energiepreise wirken zwar stabilisierend auf die Exporterlöse, die mittelfristigen Wachstumsperspektiven bleiben jedoch durch strukturelle Belastungen und das geopolitische Umfeld begrenzt.

China bleibt ein wichtiger Pfeiler der Weltwirtschaft, befindet sich jedoch weiterhin in einem tiefgreifenden strukturellen Anpassungsprozess. Der IWF erwartet für 2026 ein Wachstum von 4,6 Prozent und für 2027 von 4,1 Prozent, die OECD prognostiziert 4,5 bzw. 4,3 Prozent. Die Weltbank rechnet dagegen mit 4,2 Prozent im Jahr 2026 und 4,3 Prozent im Jahr 2027. Während IWF und OECD ihre Erwartungen gegenüber den Frühjahrsprognosen leicht angehoben haben und von einer zunächst robusten Entwicklung ausgehen, hat die Weltbank ihre Prognose für 2026 etwas nach unten revidiert und erwartet eine stärkere Wachstumsdynamik erst im weiteren Verlauf des Prognosezeitraums. Sowohl OECD als auch Weltbank sehen trotz der robusten Industrieproduktion und technologieintensiver Exporte weiterhin erhebliche Belastungen durch die schwache Binnennachfrage, die anhaltenden Probleme im Immobiliensektor sowie die hohe Verschuldung vieler Lokalregierungen. Aufwärtsrisiken ergeben sich aus einer stärkeren Erholung des privaten Konsums und einer anhaltend hohen Auslandsnachfrage nach Hochtechnologieprodukten. Abwärtsrisiken bleiben die Krise des Immobiliensektors, zunehmende handelspolitische Spannungen, die auch durch die schwache Währung verschärft werden könnten, sowie die fortschreitende Fragmentierung der Weltwirtschaft.

Japan dürfte seinen moderaten Erholungskurs fortsetzen. Der IWF erwartet für 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 0,6 bzw. 0,7 Prozent, die OECD prognostiziert 0,6 und 0,8 Prozent, die Weltbank 0,7 bzw. 0,9 Prozent. Gegenüber den vorherigen Prognosen haben Weltbank und IWF die Erwartungen für 2026 geringfügig reduziert und für 2027 geringfügig erhöht, die OECD hingegen hat für beide Jahre Abwärtskorrekturen vorgenommen. Gestützt wird die Konjunktur durch steigende Löhne und eine robuste Investitionstätigkeit, während die alternde Bevölkerung und die schwächere Weltkonjunktur belastend wirken. Die internationale Nachfrage nach Elektronik- und Hochtechnologieprodukten bietet zusätzliches Wachstumspotenzial. Zu den größten Risiken zählen steigende Energiepreise sowie eine Abschwächung des Welthandels. Zudem steht der Yen weiterhin unter Abwertungsdruck. Die jüngste gemeinsame Devisenmarktintervention Japans und der USA ist in den Projektionen noch nicht berücksichtigt.

Die übrigen Volkswirtschaften Asiens bleiben auch 2026 die dynamischste Wachstumsregion der Welt. Zahlreiche ASEAN-Staaten profitieren von einer robusten Binnennachfrage, anhaltend hohen Investitionen sowie der fortschreitenden Diversifizierung globaler Lieferketten. Für Indien erwartet der IWF 2026 bzw. 2027 Wachstumsraten von 6,4 bzw. 6,7 Prozent, die OECD von 6,3 bzw. 6,4 Prozent. Die Weltbank geht von 6,6 und 7,2 Prozent aus. Gegenüber den vorangegangenen Prognosen wurden die Erwartungen weitgehend bestätigt, im Falle der Weltbank (für 2027 deutlich) angehoben. Die Weltbank hebt hervor, dass die Region von einer stärkeren Exportentwicklung, verbesserten Zu-gangsmöglichkeiten zu wichtigen Handelspartnern und einer zunehmenden Integration in internationale Wertschöpfungsketten profitierte. Aufwärtsrisiken ergeben sich aus einer anhaltend hohen Investitionstätigkeit sowie einer weiteren Verlagerung globaler Produktionskapazitäten nach Asien. Abwärtsrisiken bestehen insbesondere in einer schwächeren Nachfrage aus den Industrieländern, einer Verschärfung handelspolitischer Spannungen sowie erneuten Beeinträchtigungen internationaler Lieferketten.

In Lateinamerika bleibt die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt verhalten, wenngleich sie sich in den großen Volkswirtschaften zunehmend unterscheidet. Brasilien profitiert von einer robusten Agrarproduktion und einer stabilen Binnennachfrage. Der IWF erwartet für 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 2,4 bzw. 2,2 Prozent, die OECD von 1,6 bzw. 2,1 Prozent, die Weltbank geht von 1,9 und 2,0 Prozent aus. Für IWF und OECD bedeutet dies im Wesentlichen Anhebungen, für die Weltbank (leichte) Absenkungen der zuletzt artikulierten Erwartungen. Mexiko dürfte weiterhin von der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit den Vereinigten Staaten sowie der Verlagerung von Lieferketten nach Nordamerika (Nearshoring) profitieren. Diese Impulse werden jedoch durch das eingetrübte außenwirtschaftliche Umfeld weitgehend kompensiert, sodass gegenüber früheren Prognosen Abwärtsrevisionen überwiegen: Der IWF erwartet aktuell für 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 1,2 bzw. 1,9 Prozent, die OECD von 0,8 bzw. 1,8 Prozent, die Weltbank von 1,3 und 1,7 Prozent. Argentiniens Wirtschaft befindet sich nach den umfassenden wirtschaftspolitischen Reformen in einer Phase der Stabilisierung. Der IWF erwartet für 2026 bzw. 2027 ein Wachstum von 3,5 bzw. 4,0 Prozent, die OECD von 2,8 bzw. 3,5 Prozent, die Weltbank von 3,6 und 3,7 Prozent, wobei nur die Weltbank ihre vorherige Prognose (nach unten) revidiert hat. Für die Region insgesamt ergeben sich Aufwärtsrisiken aus einer stärkeren Rohstoffnachfrage und einer günstigeren Weltkonjunktur. Zu den wichtigsten Abwärtsrisiken zählen sinkende Rohstoffpreise, eine Abschwächung der US-Wirtschaft sowie anhaltende finanzielle und fiskalische Verwundbarkeiten in einzelnen Volkswirtschaften der Region.

Die Wachstumsperspektiven im Nahen Osten bleiben stark von geopolitischen Spannungen sowie der Entwicklung der Energie- und Rohstoffmärkte geprägt. Saudi-Arabien musste deutliche Einbußen beim Ölexport hinnehmen, dürfte jedoch von umfangreichen Investitionsprogrammen im Rahmen des Vision-2030-Programms profitieren. Der IWF erwartet für 2026 bzw. 2027 Wachstumsraten von 1,7 bzw. 5,5 Prozent, die OECD von 3,2 bzw. 4,3 Prozent, die Weltbank geht von 3,1 und 4,9 Prozent aus. Gegenüber den vorhergehenden Projektionen impliziert dies Absenkungen für dieses und Anhebungen für nächstes Jahr. Den Vereinigten Arabischen Emiraten prognostiziert die Weltbank ein Wachstum von 2,4 Prozent im Jahr 2026 und 4,1 Prozent im Jahr 2027. Wachstumstreiber bleiben vor allem Dienstleistungen, Tourismus, Finanzwirtschaft und andere Nicht-Öl-Sektoren, wodurch sich die wirtschaftliche Diversifizierung weiter fortsetzt.

Für die Region Subsahara-Afrika erwarten die internationalen Organisationen eine weiterhin positive, jedoch regional sehr unterschiedlich ausgeprägte Entwicklung. Während einige rohstoffexportierende Volkswirtschaften von einer stabileren Weltkonjunktur profitieren könnten, bleiben hohe Staatsverschuldung, begrenzte finanzpolitische Spielräume, bewaffnete Konflikte sowie klimabedingte Risiken wesentliche Belastungsfaktoren. Nigeria dürfte nach Einschätzung des IWF 2026 bzw. 2027 um 4,1 bzw. 4,3 Prozent wachsen, sehr ähnlich erwartet die Weltbank 4,1 und 4,2 Prozent. Höhere Öleinnahmen und Reformen des Wechselkursregimes wirken stützend, während Inflation und strukturelle Defizite die Dynamik begrenzen. Südafrika bleibt dagegen das Schlusslicht unter den großen Volkswirtschaften der Region. Der IWF erwartet Wachstumsraten von 1,1 Prozent in 2026 und 1,3 Prozent in 2027, die Weltbank erwartet 1,0 bzw. 1,5 Prozent. Belastend wirken vor allem die schwache Investitionstätigkeit, strukturelle Engpässe bei der Energieversorgung sowie geringe Produktivitätszuwächse. Aufwärtsrisiken für die Region bestehen in einer Entspannung der geopolitischen Lage und sinkenden Energiepreisen. Zu den größten Abwärtsrisiken zählen eine Ausweitung regionaler Konflikte, eine hohe Staatsverschuldung sowie klimabedingte Ernteausfälle.

Die jüngsten Prognosen und Revisionen sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1: Übersicht über Wachstumsprognosen und deren Revision Bild vergrößern: Tabelle 1: Übersicht über Wachstumsprognosen und deren Revision