Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft

Frühindikatoren geben gemischte Signale. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich seit Jahresbeginn zwar spürbar aufgehellt, die jüngsten Konjunkturindikatoren zu Industrieproduktion, Exporten und privatem Konsum deuten jedoch auf eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik hin. Angesichts der neuerlichen Eskalation im Nahen Osten und der zusätzlichen Belastungen durch niedrige Pegelstände sind die Risiken für eine konjunkturelle Abschwächung im dritten Quartal zuletzt gestiegen.

Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft

Exportdynamik schwächt sich zu Beginn des dritten Quartals ab. Nach fünf Zuwächsen in Folge gaben die nominalen Warenausfuhren im Juli leicht nach. Stützend wirkten dabei die Exporte in die USA, während die Ausfuhren in die EU rückläufig waren. Auch die nominalen Wareneinfuhren verzeichneten zuletzt einen spürbaren Rückgang. Zur Abschwächung des Warenhandels dürften auch auslaufende Vorzieheffekte im Zuge des Kriegs im Iran sowie Transportbehinderungen durch das anhaltende Niedrigwasser beigetragen haben.

Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion

Produktion im Produzierenden Gewerbe zur Jahresmitte gedämpft. Während die Energieproduktion im Juli weiter kräftig zulegte und auch die Bauproduktion spürbar ausgeweitet wurde, kühlte sich die Industrieproduktion deutlich ab. Neben hohen Energie- und Rohstoffpreisen und gestiegenem Wettbewerbsdruck dürften in den Sommermonaten auch Sondereffekte durch die eingeschränkte Binnenschifffahrt und temporäre Produktionsausfälle aufgrund des Werksumbaus eines Kfz-Herstellers die Industriekonjunktur belastet haben.

Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt

Sommerflaute am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im August saisonbereinigt abermals leicht an und die Erwerbstätigkeit war im Juli weiter rückläufig. Der Arbeitsmarktausblick für die zweite Jahreshälfte bleibt verhalten. Die Beschäftigungsperspektiven haben sich zuletzt zwar etwas aufgehellt, deuten jedoch auf einen anhaltenden Stellenabbau hin. Auch angesichts der weiterhin hohen Unsicherheit dürfte sich die konjunkturelle Belebung in der ersten Jahreshälfte vorerst nicht auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen.

Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum

Einzelhandel startet mit Rücksetzer in die zweite Jahreshälfte. Die realen Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) verzeichneten im Juli gegenüber dem Vormonat einen deutlichen Rückgang. Die Kfz-Neuzulassungen konnten ihren Aufwärtstrend nach einem leichten Rückgang zu Quartalsbeginn im August jedoch fortsetzen. Die Stimmungsindikatoren haben sich zuletzt weiter leicht erholt, bewegen sich jedoch noch immer unterhalb des Niveaus vor dem Iran-Krieg. Die Aussichten auf eine Belebung des privaten Konsums im dritten Quartal bleiben daher gedämpft.