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Der Nowcast für die saison- und kalenderbereinigte Veränderungsrate des preisbereinigten BIP beträgt 0,6 Prozent für das dritte Quartal 2026 (Stand: 11. September 2026).1
Das Prognosemodell des Nowcast schätzt für das dritte Quartal 2026 aktuell einen preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Nowcast liefert eine täglich aktualisierte, rein technische, zeitreihenanalytische Prognose der Wirtschaftsleistung auf Basis jüngster Konjunkturdaten. Dazu gehören sowohl „harte“ Indikatoren aus der amtlichen Statistik (z. B. Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe) als auch „weiche“ Zahlen aus Umfrageergebnissen (z. B. ifo Geschäftsklima). Die Prognosen sind unabhängig von der Einschätzung der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Am 30. Oktober 2026 veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine erste Schnellschätzung für das BIP-Ergebnis im dritten Quartal.
Bis Mitte Juli bewegte sich der Schätzwert um rund+0,4 Prozent, bevor er in der zweiten Monatshälfte deutlich anstieg. Zunächst legte der Nowcast u. a. aufgrund leicht zunehmender Importe im Euroraum auf 0,5 Prozent zu. Danach kletterte er bis auf 1,4 Prozent. Maßgeblich hierfür waren Meldungen des ZEW über positive Konjunkturerwartungen, ein höheres Verbrauchervertrauen im Euroraum sowie ein deutlicher Anstieg des Einkaufsmanagerindex für Deutschland. Eine Verschlechterung der ifo Geschäftslage in der Industrie und im Handel sowie Meldungen der Bundesagentur für Arbeit über eine sinkende Arbeitskräftenachfrage führten Anfang August zu einem vorübergehenden Rückgang des Nowcast auf +1,1 Prozent. Bis Mitte August stieg der Schätzwert infolge eines geringer als erwarteten Anstiegs der Erstanträge bei der US-Arbeitslosenversicherung auf 1,3 Prozent an. Ende August erreichte er seinen bisherigen Höchstwert mit 1,5 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren eine Verbesserung des ifo Geschäftsklimaindex, insbesondere die positivere Lagebeurteilung in Industrie und Handel, sowie des ifo Beschäftigungsbarometers. Seitdem verschlechterte sich der Schätzwert durchgehend. Anfang September führten ungünstige Produktions- und Umsatzdaten zu einer Abwärtskorrektur auf 0,8 Prozent. Zuletzt gab der Schätzwert angesichts schwacher Außenhandelsdaten und eines Rückgangs der Produktion im Produzie-renden Gewerbe für den Berichtsmonat Juli weiter auf 0,6 Prozent nach.
Das Modell zur Prognose des deutschen Bruttoinlandsprodukts wird von Now-Casting Economics Ltd. betrieben. Der hier veröffentlichte Nowcast ist eine rein technische, modellbasierte Prognose. Die Schätzungen sind mit einer hohen statistischen Unsicherheit behaftet, die mit Modellprognosen immer einhergeht. Es handelt sich bei dem Nowcast weder um die Prognose des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie noch um die offizielle Projektion der Bundesregierung.
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1Für nähere Erläuterungen zur Methode, den verwendeten Daten und der Interpretation des Modells siehe Senftleben und Strohsal (2019): „Nowcasting: Ein Echtzeit-Indikator für die Konjunkturanalyse“, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Juli 2019, Seite 12-15, und Andreini, Hasenzagl, Reichlin, Senftleben und Strohsal (2020) „NowcastingGerman GDP“, CEPR DP14323.