Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft

Konjunkturindikatoren zeigen Abschwächung. Zwar hellten sich die Stimmungsindikatoren zuletzt weiter auf; der nachlassende globale Lageraufbau bei energieintensiven Gütern, der vor allem im zweiten Quartal noch Impulse für Produktion und Exporte gab, sowie Einschränkungen der Binnenschifffahrt infolge von Niedrigwasser dämpfen aber die Produktion. Auch von der Binnenwirtschaft sind angesichts von Kaufkraftverlusten aufgrund erhöhter Energiepreise, andauernder Unsicherheiten und gestiegener Finanzierungskosten kurzfristig kaum Impulse zu erwarten.

Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft

Exporte den zweiten Monat in Folge leicht rückläufig. Die nominalen Warenausfuhren gaben im August erneut um 0,8 Prozent nach; die nominalen Wareneinfuhren stiegen im August um 0,8 Prozent. Nach der Erholung bis zur Jahresmitte bestätigen die jüngsten Daten die erwartete schwächere Dynamik im dritten Quartal. Hauptgründe sind auslaufende Vorzieheffekte im Zuge des Kriegs im Iran, hohe Energiepreise sowie Transportbehinderungen durch das anhaltende Niedrigwasser.

Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion

Produktion durch Baugewerbe dominiert. Der Anstieg im August wurde wesentlich durch die Abschlussbuchung eines Großprojekts im Ausbaugewerbe getragen. Während der Energiebereich die Ausbringung leicht drosselte, nahm die Industrieproduktion leicht zu. Der Impuls der energieintensiven Industrien im Zuge der Krise in der Golfregion lässt nach. Zudem bleibt die Rheinschifffahrt aufgrund des Niedrigwassers eingeschränkt. Somit sind die Aussichten für eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur begrenzt.

Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt

Erwerbstätigkeit sinkt, Stimmungsindikatoren stabilisieren sich. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im September saisonbereinigt um zwölftausend Personen; die Erwerbstätigkeit ging im August um 29 Tausend Personen zurück. Die Frühindikatoren haben sich zuletzt auf niedrigem Niveau stabilisiert. Angesichts nach wie vor geringer Abgangschancen von Arbeitslosen zeichnet sich für die kommenden Monate jedoch weder ein Rückgang der Arbeitslosigkeit noch ein Anstieg der Beschäftigung ab.

Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum

Erlöse im Einzelhandel im Plus; Frühindikatoren auf niedrigem Niveau. Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im August um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, nachdem sie im Juli spürbar gesunken waren. Das Stimmungsbild zeigt sich am aktuellen Rand uneinheitlich und insgesamt auf schwachem Niveau. Sorgen um Kaufkraftverluste vor dem Hintergrund anhaltend hoher Kraftstoffpreise und einer schwachen Arbeitsmarktentwicklung wirken dämpfend, während sich Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland zu verfestigen scheinen und im weiteren Jahresverlauf positive Stimmungsimpulse setzen könnten.