Artikel - Wirtschaftsbranchen

Gesundheitswirtschaft

Einleitung

Stetoskop zum Branchenfokus Gesundheitswirtschaft; Quelle: Colourbox.de

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Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den größten Branchen der deutschen Wirtschaft. Sie ist durch ihre Innovationskraft und ihre Beschäftigungsstärke – in der Gesundheitswirtschaft sind mehr Menschen als in der Automobilbranche tätig – ein Wachstumstreiber für die gesamte Volkswirtschaft. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWE) setzt sich daher auf vielfältige Weise für die Anliegen der Branche ein:

Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR)

Das BMWE erstellt die Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), um den Beitrag der Gesundheitswirtschaft für die Wertschöpfung und die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland zu bemessen. Die GGR erlaubt es, die Gesundheitswirtschaft als Querschnittsbranche aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen herausgelöst und separat zu betrachten. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) die Gesundheitswirtschaft nicht als eigenständiger Wirtschaftszweig erfasst wird. Die wesentlichen Datenquellen zur Erstellung der GGR  sind eine Sonderauswertung des statistischen Bundesamts (tiefgegliederte und aggregierte Aufkommens- und Verwendungstabellen), die VGR-Inlandsproduktberechnung, die Gesundheitsausgabenrechnung sowie die Gesundheitspersonalrechnung. Die GGR erfasst alle Waren und Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung von Gesundheit dienen. Umfasst sind die medizinische Versorgung und die industrielle Gesundheitswirtschaft sowie weitere Teilbereiche. Wesentliche Kennzahlen der GGR sind in Anlehnung an die VGR Bruttowertschöpfung, Erwerbstätige, Exporte und Importe.

Im Jahr 2024 trug die Gesundheitswirtschaft 12,5 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei. Gerechnet auf einen Tag sind das fast 1,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Jeder achte Euro entsteht in der Gesundheitswirtschaft und jeder sechste Erwerbstätige arbeitet in dieser Branche. Die wirtschaftliche Aktivität der Gesundheitswirtschaft sorgt in der deutschen Gesamtwirtschaft für positive Ausstrahleffekte. Durch die Verflechtung mit Akteuren aus anderen Wirtschaftsbereichen entstehen gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfungseffekte: Mit jedem Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft gehen 0,81 Euro zusätzliche Bruttowertschöpfung in der Gesamtwirtschaft einher. Zudem sind mit der wirtschaftlichen Aktivität eines Erwerbstätigen in der Branche 0,6 zusätzliche Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft verbunden.

Der Anteil der Exporte der Gesundheitswirtschaft an den Exporten der Gesamtwirtschaft lag bei fast 10 Prozent. Dies entspricht einer Exportquote von 35 Prozent. Über 90 Prozent der exportierten Gesundheitsgüter sind Produkte aus dem Bereich der industriellen Gesundheitswirtschaft. Die exportstarken Bereiche sind dabei insbesondere die medizintechnische und pharmazeutische Industrie. In den letzten zehn Jahren wuchsen die Exporte der Gesundheitswirtschaft um fast sechs Prozent pro Jahr.

Eine Zusammenstellung weiterer wesentlicher Informationen und Daten zur Gesundheitswirtschaft insgesamt, zu ihrem Teilmarkt der industriellen Gesundheitswirtschaft und zu den Marktsegmenten der industriellen Gesundheitswirtschaft finden Sie in unseren Faktenblättern. Alle Daten können Sie umfassend über das GGR-Dashboard abrufen. Das Dashboard enthält auch Daten zur EU-GGR und verfügt über eine PDF-Download-Funktion mit Möglichkeit zum bequemen Herunterladen und zur Offline-Nutzung. Die aktuelle Auswertung der GGR erfasst die gesamtdeutschen Daten der Gesundheitswirtschaft bis einschließlich zum Jahr 2024. Daneben gibt es nach Bundesländern unterteilte GGR-Daten, die bis einschließlich 2023 vorliegen.

Publikationen

Faktenblätter Gesundheitswirtschaft

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